Kurztrip allein mit Kind oder wie ich mein Gleichgewicht wiedergefunden habe

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Falls ihr Kinder habt und berufstätig seid, kennt ihr das sicher: Dieses verrückte Tanzen auf zwei Hochzeiten, das Jonglieren mit tausend Dingen gleichzeitig. Und das Gefühl, weder den Kindern noch dem Job so richtig gerecht zu werden. Ich muss leider zugeben, dass mich diese Zerrissenheit begleitet, seit unser Kiddy 1 auf der Welt ist.

Was haben wir für Kopfstände gemacht, um sie bestmöglich betreut zu wissen, wenn wir im Büro waren. Und bei jeder noch so kleinsten Schieflage, wenn sie zum Beispiel besonders knatschig war, habe ich sofort gedacht: Ja, klar, ich habe auch viel zu wenig Zeit für sie, kein Wunder! Meinem Mann ging das übrigens nie so. Aber das ist ein anderes Thema 😉

Werde ich meinen Kindern gerecht?

Natürlich hat sich dieses permanent schlechte Gewissen noch verstärkt hat, als Kiddo 2 dazu kam. Jetzt musste ich meine viel-zu-wenig-Zeit auch noch durch zwei Kinder teilen. Ich arbeite vier sehr volle Tage pro Woche und der fünfte Tag ist natürlich belegt mit Haushalt, Arztterminen, Besorgungen und und. Ihr kennt das. Dass wir vor Kurzem umgezogen sind, macht die Zeitnot aktuell nicht wirklich besser.

Für mich ist das einfach ein Riesenthema, das mich ständig beschäftigt: Werde ich meinen Kindern wirklich gerecht? Trotz 40-Stunden-Woche im Büro? Da kann ich mir noch so oft Sprüche wie „zufriedene Mütter machen zufriedene Kinder“ anhören, mir die große Bereicherung bewusst machen, die mein Job für mich bedeutet oder mit meinem rationalen Gatten diskutieren, der findet, dass diese Gedanken Quatsch sind, weil wir das Ganze sowieso nicht ändern können (und wollen). Dass bei unseren Kindern Dauer-Konkurrenzkampf ist, entspannt mich übrigens auch nicht wirklich. Hmpf.

Ich habe auch schon mal gedacht,  es wäre einfacher, wenn alle berufstätig wären. Schon klar, der Gedanke ist völlig inkorrekt und ich mein’s auch nicht wirklich so. Aber in dieser Utopie gäbe es nur so unperfekte Mütter wie mich mit zu wenig Zeit. Und ich würde mich nicht so zerfleischen, wenn ich wieder mal mit einer Mama geplauscht habe, die bäckt, bastelt, ihre Kids ständig zu Schwimm- und sonstigen Kursen fährt und bei der nachmittags die halbe Kita im Garten spielt.

Klinge ich zu negativ? Ich hoffe nicht. Ich liebe dieses volle abwechslungsreiche Leben ja. Wenn eben nicht dieses ständige schlechte Gewissen wäre, das ich einfach nicht abstellen kann.

Mein neues Ventil: Kurztrip mit nur einem Kind

Umso schöner finde ich es, dass ich eine Art Ventil gefunden habe, wenn sich die Gewissensbisse mal wieder auftürmen: Ich nehme ein Kind unter den Arm und fahre für ein paar Tage weg. Eine kleine Reise. Nur das Kind und ich. Mit viel Zeit füreinander.

allein reisen mit Kind

Kürzlich waren Kiddo 2 und ich unterwegs. Mein Kleiner und ich durften fünf Tage auf Ibiza den Sommer verlängern. Neben Sonne, Meer und Ibiza-Flair konnte ich eines eben ganz besonders genießen: Ich hatte richtig viel Zeit für meinen fünfjährigen Sohn. Konnte mich auf seine lustigen Fragen einlassen – Kommen Haie zu uns, wenn es Überschwemmungen gibt? – , konnte ihn mal in seinem (unendlich langsamen) Tempo durch die Gegend trödeln lassen und war entspannt genug, ihm abends um zehn ein spontanes Fußballturnier zu erlauben.

Total easy peasy

alleine reisen mit kindWas mich selber überrascht: Ich finde Reisen alleine mit einem Kind total relaxed. Du packst nur für zwei, nicht für vier. Die Reise kostet nur die Hälfte und ein Zimmer mit zwei Betten ist viel leichter zu finden als eines für die ganze Familie.

Das Wichtigste: Vor Ort muss die Aufmerksamkeit nicht durch drei geteilt werden, wie es bei mir sonst immer ist.

Ergebnis: Das Kind ist megazufrieden. Und ich völlig ausgeglichen, weil nicht immer alle gleichzeitig an mir herumziehen.

Wir hatten bei dieser Reise auch noch ein All Inclusive Hotel, das mir  jede sonstige Pflicht abgenommen hat. Traum! Unsere Tage waren ansonsten wie immer auf Reisen: Ein guter Mix aus Erkunden und Abhängen. Falls ihr es genauer wissen wollt: Hier habe ich den Trip beschrieben.

Es ist witzig, rund um die Uhr nur mit einem Fünfjährigen unterwegs zu sein, zusammen essen zu gehen, andere Reisende kennen zu lernen und sich vor allem intensiv über die Dinge zu unterhalten, die so einen Mini eben beschäftigen. Ihr wisst schon: Muscheln, Eis, Schwimmen, Tauchen, das neue Spielzeug, der frisch gefundene Freund …

Mir haben die Tage das Gefühl zurückgegeben, meinem Kleinen richtig nahe zu sein. Und mein Kiddo 2 war mega stolz, alleine mit mir eine solche Reise machen zu können. Ich glaube, er hat es genossen, mich mal nicht mit Kiddy 1 und seinem Papa teilen zu müssen.

Ich werde das ab jetzt öfter machen. Mein Ziel ist, einmal im Jahr mit jedem meiner Kinder eine kleine oder größere Reise hinzukriegen. Als nächstes ist meine Kiddy 1 dran. Wir wollen im Frühjahr zusammen weg und ich grübele schon, wohin. Sie träumt von einem Reiterhof 🙂

 

Wie geht ihr mit der Situation Job + Kind/er um? Habt ihr auch Rezepte, um dem Zeitmangel mal zu entkommen? Macht ihr vielleicht ebenfalls solche Auszeiten mit nur einem Kind?

Ich freue mich wirklich total über alle Tipps, sei es zu guten Reisezielen für den Kurztrip mit Kind oder sei es zu anderen Ideen, die einem das Leben mit Job und Kindern erleichtern!!

 

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Eine Antwort

  1. Liebe Stefanie,

    ach, ich kann dich so gut verstehen!!! Und ich glaube, die Kiddies wissen das ganz arg zu schätzen, wenn noch nicht jetzt, auf jeden Fall in ein paar Jahren. Leider macht die gnadenlose Schulpflicht diesen wichtigen Auszeiten so oft einen Strich durch die Rechnung. Aber toll wie du das machst – einen 40h Job nebenher wuppen! Wow!

    Liebe Grüße
    Heike

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