Geschichte zum Verlieben: Das Ecomusée im Elsass

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Mögt ihr das Elsass? Ich auch, und wie! Wenn ihr mal so richtig eintauchen möchtet in diese hübsche französische Region, dann fahrt ins Ecomusée d’Alsace in Ungersheim: Dieses größte Freilichtmuseum Frankreichs ist ein wunderschöner Mikrokosmos, quasi das Elsass Anfang des 20. Jahrhunderts in Klein. Mehr als 70 für die Region typische Gebäude wurden hier aufgebaut und eingerichtet: Bauernhäuser, eine Schenke, eine Schule, alle möglichen Handwerksbetriebe wie Schmid, Bäcker oder Schuhmacher, es gibt einen Bahnhof, ein Mühle und und und …

Die gesamte Anlage ist etwa 15 Hektar groß. Sie beherbergt neben den unzähligen Häusern auch sehr viel Natur, zum Beispiel eine Obstwiese mit 200 Apfelsorten, Felder, Weinreben, Gärten sowie Weiher, Flüsse und Bäche.

Stellt euch einfach eine Million Fotomotive vor! Ich habe die Kamera überhaupt nicht mehr aus der Hand gelegt.

Ecomusee Fachwerk

Ecomusee Frisör

Ecomusee Blaues Haus

Ecomusee Küche

Es wundert mich nicht, dass das Ecomusée eines der meist besuchten Museen in ganz Frankreich ist. Das Besondere an dieser Freilichtanlage ist die Mischung aus traditionellen Häusern & Höfen und der sorgfältig gepflegten Natur drum herum. Es soll so neben aller Fachwerk-Niedlichkeit auch das Naturerbe Elsass bewahrt werden.

Konsequenterweise gibt es eine Menge Tiere, von Gans über Schaf bis zum schwarzen Schwein ist alles dabei. Wir standen mit den Kids natürlich vor jedem der Ställe ewig, könnt ihr euch sicher denken.

Ecomusee Gänse

Ecomusee Schweine

Und was darf im Elsass nicht fehlen? Richtig, ein Storch. Entsprechend begeistert waren wir auch beim Reinlaufen ins Museum, als wir gleich im Eingangsbereich einen entdeckt haben, der sich auch noch dekorativ in Pose gestellt hat. Was wir da noch nicht wussten: Im Ecomusée sitzt fast auf jedem Dach mindestens ein Storch. Teilweise sind es bis zu drei oder vier. Die Kids haben gleich angefangen zu wetteifern, wer die meisten gesehen hat.

Ecomusee Storch

Ecomusee Storch Bauernhof

Ecomusee Störche

Was mir besonders gut gefallen hat, ist dieser sehr authentische Charakter des „Dorfes“, das Museum bezeichnet sich selbst als „lebendig“. Dazu tragen natürlich auch die fast zweihundert zum Großteil ehrenamtlichen Mitarbeiter bei, die in historischem Outfit das Ecomusée bevölkern. Man könnte teilweise echt meinen, in die Vergangenheit gesprungen zu sein, wenn da auf einmal eine Bäuerin mit einem Ochsengespann um die Ecke kommt oder ein Schmid auf seinen Amboss einhaut.

Ecomusee Ochsen

Ecomusee Schmid

In den kommenden Jahren soll das Museum ausgebaut werden. Neben aller Tradition will zum Beispiel ein neues Projekt die Brücke ins Heute oder Morgen schlagen: Seit letztem Jahr gibt es im Ecomusée das erste Fachwerkhaus des 21. Jahrhunderts. Der Architekt Mathieu Winter hat es entworfen und er versucht hier, die traditionelle Gebäudestruktur mit heutigen Elementen wie etwa Photovoltaik oder Dachgarten zusammen zu bringen. Das Haus soll der Beginn sein eines neuen Bereiches im Museum, das sich dem Wohnen der Zukunft widmen will. Ich bin gespannt, schon gleich mal ein Grund, um bald wieder dorthin zu fahren!

Alltag erleben

Klar, man kann einfach durch das Museum bummeln und ist schon den ganzen Tag beschäftigt, sich die vielen meist sehr liebevoll eingerichteten Häuser anzuschauen. Oder eben vor jedem der Ställe und Freigehege Ewigkeiten stehen zu bleiben und Gänse, Schafe oder Ziegen zu bestaunen… Das Ecomusée bietet aber darüber hinaus auch eine Menge Specials. Es werden täglich zu festen Zeiten kleine Veranstaltungen in den einzelnen Häusern angeboten wie zum Beispiel immer um 10.30 Uhr „frisches Brot“ in der Bäckerei, um 11.00 Uhr kann man die verschiedenen Handwerker in ihren Werkstätten besuchen, es gibt Architektur-Führungen,  Infos über Schweine, Biene, Störche oder eine Live-Vorstellung „wie melkt man eine Kuh?“.

Ecomusee Melken

Neben diesen täglich zu festen Uhrzeiten stattfindenden Vorführungen gibt es auch die Möglichkeit, eine Schulstunde zu besuchen, Stocherkahn zu fahren oder bei einer Führung im Traktor mehr über die Landwirtschaft zu lernen. Uns hat eine Rundfahrt mit der Pferdekutsche gefallen. Die Pferde Quo Vadis (rechts, 8 Jahre) und Gallinette (links, 20 Jahre) – die konkreten Pferdeinfos waren den Kids wichtig 🙂 – haben uns  etwa eine halbe Stunde durchs ganze Dorf geschaukelt, vorbei an Weihern, Storchennestern (natürlich), durch kleine Gassen und witzige Wege.

Ecomusee Pferdegespann

Ecomusee SchülerschwänzerAm besten, ihr schaut euch die deutschsprachigen Gruppenangebote an, neben der Kutschfahrt gibt es zum Beispiel auch eine Entdeckungstour, eine Dorfführung, Boots- und Traktorfahrten.

Ein anderes Highlight für die Kids war die Kochstunde mit Tante Maryvonne: Die übrigens auch Deutsch sprechende Maryvonne hat  Holunder- und Akazienblüten in Schmalzteig ausgebacken. Also im Prinzip ein Krapfen oder Berliner, in dem eine Blüte steckt.  Hört sich vielleicht zuerst etwas merkwürdig an, hat aber sehr lecker geschmeckt! Kiddo 2 fand’s toll – wo er sonst natürlich niemals Gemüse oder gar Blüten essen würde.

Ecomusee MaryvonneEs gibt noch eine ganze Reihe weiterer monatlicher Veranstaltungen. Richtig nett hört sich für mich auch das Weihnachtspecial an. Wenn ich mir diese zuckersüßen Häuser auch noch im Schnee und mit Lichtern geschmückt vorstelle …

Orga

Von Stuttgart aus sind es rund 2,5 Stunden Autofahrt ins Ecomusée. Passt also sogar für einen Wochenendausflug, falls ihr in Süddeutschland wohnt. Es gibt einen großen kostenlosen Parkplatz vor dem Eingang. Der Eintritt kostet 14,00 Euro für Erwachsene, 10,00 Euro für Kinder ab vier. Ein Familienticket für zwei Erwachsene, zwei Kinder kostet 41, 00 Euro. Die Preise für die Specials wie Kutschenfahrten könnt ihr auf der Website nachlesen.Falls ihr plant, auch in den Park des kleinen Prinzen zu gehen, der mehr oder weniger gegenüber vom Ecomusée liegt, bekommt ihr dort mit dem Ecomusée-Ticket zwei Euro Rabatt.

Unterkunft

Wir haben das Ecomusée während eines Drei-Tages-Trips im Elsass besucht und in einer hübschen Pension übernachtet. Das Chambre d’hôte La Cérisaie liegt in Breitenbach, also nicht weit von Colmar. Vorteil: Man ist sowohl Richtung Straßburg als auch in südlicher Richtung relativ schnell bei den Hotspots im Elsass wie eben dem Ecomusée oder auch der Hohkönigsburg, der Greifvogelwarte, Straßburg, Colmar & Co.  und auch kleinen Geheimtipps wie der Seigneurerie. Hierzu übrigens in Kürze mehr!

La Cerisaie Haupthaus

La Cerisaie
Astrid und Robert führen ihr Guesthouse mit viel Liebe zum Detail und Engagement für ihre Gäste. Die Zimmer sind groß, nett eingerichtet und komfortabel. Kiddo war natürlich von den zahmen Rehen begeistert, für die ihm Astrid jeden Morgen ein Beutelchen mit Brotstücken zum Füttern gegeben hat.

La Cerisaie Rehe

Mir ging da mehr bei der schönen Natur ringsum, der Stille, dem sehr netten Frühstück und natürlich Astrids leckerer Küche an der Table d’hôte das Herz auf.

La Cerisaie Frühstück

Falls ihr in ein Restaurant wollt: Uns hat es zum Beispiel in der Auberge à la vielle ferme in Albé nicht weit von Breitenbach  gut geschmeckt. Aber im Elsass gut zu essen ist ja nun wirklich ein Kinderspiel.

 

Wir haben auch an den anderen beiden Tagen unseres Elsass-Trips viel gesehen und Interessantes entdeckt:

Kultur zum Begreifen: Die Seigneurie im Elsass

Warum das Straßburger Museum Le Vaisseau kleine Entdecker begeistert

Das Ganze war eine Pressereise, das heißt, Kiddo und ich waren auf Einladung der Tourismusförderung Elsass / Atout France unterwegs. Danke schön für die Organisation! Was wir erlebt haben, beschreibe ich hier – natürlich ehrlich und ungefiltert.

 

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7 Antworten

  1. Das sind ja ganz tolle Bilder.Da müssen wir unbedingt auch mal hin.Danke für den sehr eindrucksvollen Bericht.
    viele Grüße bis demnächst wieder.

  2. Das klingt echt super! Muss ich mir unbedingt mal anschauen, ich hab es ja nicht weit ins Elsaß, da wäre das ein toller Ausflug. Danke für den schönen Bericht 🙂
    Viele Grüße,
    Marion

  3. Schön gemacht, Stefanie! Liebe Grüße an „Kiddo 2“!

  4. Sehr schöner Beitrag und ein weiterer Punkt auf meiner Todo! 🙂
    Und noch Colmar muss ich auch unbedingt mal!
    Schöne Grüße,
    Marc

    • Danke schön! Ja, das kann ich dir unbedingt empfehlen. Colmar ist sehr schön. Und eben auch perfekt zu verbinden mit dem Ecomusée und dem Park des kleinen Prinzen. Da kann man die Stadtbesichtung für die Kids aufpeppen mit dem in Aussicht gestellten Besuch dort.

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