Ibiza mit Kindern? Aber klar doch!

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Was fällt euch spontan zu Ibiza ein? Ich vermute mal, woran ihr NICHT denkt, sind Stichworte wie Familienurlaub, nachhaltiger Tourismus oder ruhige Strandbuchten. Stimmt‘s? Mir ging es ganz genauso. Bis mein Ibiza-Bild vor Kurzem einen ganz neuen Anstrich bekommen hat.

Mein Kiddo 2 und ich waren für fünf extrem nette Tage in der Region Santa Eulàlia im Nordosten der Insel.  Und jetzt ist Ibiza für mich ein bunter Ort gerade auch für Kinder, ein Ort, an dem nachhaltiger Tourismus eine Rolle spielt und an dem man viele ruhige Entspannungsecken findet.

Wie ich zum diesem Meinungsumschwung kam? Vor allem durch diese Highlights hier:

 

Spaziergang am Fluß: Rio de Santa Eulàlia

Gleich unser erster Tag auf Ibiza hat uns mit einem entspannten Spaziergang im Grünen überrascht. Start war die Kirche Puig de Missa in Santa Eulàlia. Die zweitgrößte Stadt der Insel ist im Vergleich zu den Nachtleben-Spots Ibiza Stadt oder Sant Antonio ziemlich entspannt. Also: Keine Party People, dafür mehr Familien, ältere Paare und Leute auf der Suche nach ruhigerem Ambiente. Es gibt einen schönen Yachthafen, diverse Ausflugsmöglichkeiten per Boot, einen kleineren Stadtstrand und eine ganze Menge guter Restaurants. Und eben den Fluß und eine Wehrkirche hoch über der Stadt.

Ibiza mit Kindern

Nachdem sich mein Fünfjähriger bei der Besichtigung der Kirche, die früher auch Wachturm war, ausgiebig der Piratenvergangenheit von Ibiza gewidmet hat, sind wir zum Fluß hinunter gelaufen. Auf dem Weg ein interessantes Gewächs am anderen: Sisal-Pflanzen, Johannisbrot-Bäume, Feigen-Bäume und und. Wusstet ihr, dass die Kerne der Johannisbrot-Bohnen früher dazu dienten, ein Karat Gold abzumessen?

Der Weg führt vorbei an der Mühle Can Planetes, wo es aussieht wie aus einem Don Quichote Roman. Ein paar Meter weiter unterhält die Gemeinde Santa Eulàlia Äcker mit allerlei Gemüse, das für die Einheimischen gedacht ist (wenn ich das richtig verstanden habe).

Ibiza mit Kindern

Ibiza mit Kindern

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Ungefähr 10 Minuten würde es ohne Kinder dauern, bis ans Flußufer zu kommen. Wir haben etwa eine halbe Stunde gebraucht, bis alle Kerne gesammelt, alle Eidechsen begutachtet und alle Sisalfäden verknotet waren.

Letztlich haben wir es aber doch geschafft und uns erwartete ein kleines Idyll: Eine etwa 1,5 Kilometer lange Promenade führt direkt am Fluß – voller Enten und Fische – entlang.

Der Rio de Eulàlia ist in den letzten Jahren mit viel Aufwand in einen sauberen Zustand zurückversetzt worden. Krass ist, dass vor nicht allzu langer Zeit darin gebadet wurde und Boote darauf fuhren  – heute aufgrund des stark gesunkenen Pegelstandes kaum vorstellbar. Ursache ist, leider leider, der Tourismus. Die hohe Zahl an Gästen auf Ibiza verbraucht solche Unmengen an Wasser, das die Insel inzwischen ein massives Problem mit Wasserknappheit hat. Live und in Farbe zu begutachten am schmalen kleinen Rio de Santa Eulàlia, der früher mal ein tiefer breiter Fluss gewesen ist.

Das hat übrigens meinen Fünfjährigen schwer beeindruckt:  Er hat dann sogar die gekauften Wasserflaschen immer bis auf den allerletzten Tropfen ausgetrunken, um ja kein Wasser zu verschwenden.

Ibiza mit Kindern

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Die Flußroute endet am – übrigens rauchfreien! – Strand von Santa Eulàlia. Ab hier könnt ihr also entweder das Strandhandtuch auspacken oder auch noch durch die Innenstadt bummeln. Wir haben uns dafür entschieden, erstmal ein Päuschen auf der Terrasse bei Can Cosmi einzulegen. Das Restaurant mitten in der Innenstadt und am Rand der Fußgängerzone Passeig de S’Alamera ist ein netter Stopp zum Mittagessen (leckere Tintenfischringe!).

 

Ruhige Buchten

Bleiben wir beim Thema Meer. Wir haben nördlich von Santa Eulàlia ein paar sehr nette Buchten gefunden, die alles andere als trubelig waren.

Sehr hübsch ist die Bucht Pou des Lleó – hier wurde der Sage nach mal ein Löwe gesehen, der an einem Brunnen Wasser getrunken hat. Ein schmaler Strandstreifen, eine kleine Bar, ein paar alte Fischerhüttchen und ein guter Blick auf die Insel Tagomago.

Cala de Boix: Dunkler Sand und klares Wasser, ein paar Sonnenschirme und Liegen, die übliche kleine Strandbar und  auch eine Dusche. Fand ich perfekt!

Cala Llenya: Jetzt ist der Sand weiß und das Wasser immer noch klar. Der Strand liegt am Rand eines Pinienwaldes. Auch hier gibt es Liegen und Schirme, Duschen und ein Restaurant. Etwas größer, touristischer, aber immer noch ruhig.

Die Buchten sind auf den einschlägigen Karten, die man zum Beispiel beim Mietwagen-Verleih bekommt, eingezeichnet und auch vor Ort ganz gut ausgeschildert.

Ibiza mit Kindern

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Mit dem Boot nach Cala Llonga und Ibiza Stadt

Südlich von Santa Eulàlia liegt die Bucht Cala Llonga. Wir sind dorthin mit dem Boot (Abfahrt Yachthafen Santa Eulàlia, täglich mehrere Hin- und Rückfahrten) gefahren, man kann aber natürlich auch mit dem Auto über den normalen Landweg hin. Der Weg ist ausgeschildert. Um die Bucht stehen Hotels, die Gegend ist wie man so schön sagt, touristisch erschlossen. Ansonsten: Klares Wasser, feiner Sand, Restaurant, Strandbar, Liegen und Schirme.

Ibiza mit Kindern

Richtig gut gefallen hat uns die Bootsfahrt. Die Fähren sind nicht allzu groß und hübsch gestaltet. Unsere waren immer recht leer. Auf der Hinfahrt bin ich voll ins Ibiza-Feeling eingetaucht dank lässig-lockigem Skipper, Reggae-Musik und meeeega relaxter Atmosphäre. Ich war so gechillt, dass ich es tatsächlich verpasst habe, in Cala Llonga auszusteigen. Erst als wir wieder aus der Bucht rausgefahren sind, bin ich aus meinem Tagträumchen erwacht. Und so kam es, dass wir die ganze Route bis Ibiza Stadt mitgeschippert sind. Die Kommentare von Kiddo 2, der dringend aufs Tauchen üben aus war, will ich mal schnell wieder vergessen. Ich jedenfalls habe die Bootsfahrt voll genossen. Und auf der Rückfahrt konnten wir dann tatsächlich doch noch einen Stop in der Bucht einlegen, so dass auch der Kleine versöhnt war.

Fazit: Sehr zu empfehlen!

Ibiza mit Kindern

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Hippie Markt in Las Dalias

Oh, über diesen Markt könnte ich mich ja jetzt seitenlang auslassen. Ich glaube, früher hätte ich hier meine ganze Urlaubskasse verpulvert. Heute, mit Kind und verantwortungsbewusst (hihihi), habe ich mich auf einige nette Kleinigkeiten wir T-Shirts, Kettchen und Holz-Schilder beschränkt. Der Hippie-Markt in Las Dalias besteht schon seit 1985. Im Laufe der Jahre hat sich das Ganze weiterentwickelt und so gibt es heute neben dem Markt am Samstag auch Night Markets (Juni bis September) und Märkte zu Weihnachten oder Ostern. Und, wie sollte es anders sein: Heute kannst du bei Las Dalias auch online shoppen.

Was ich aber bei aller Weiterentwicklung schön finde: Der Geist der 70er ist dort immer mal noch zu spüren. Auf einmal sitzen mitten drin im Geschehen zwei Frauen in langen Hippie-Kleidern und diskutieren, was das Zeug hält. Oder hinter einem Marktstand steht komplett cool ein Mann mit grauem langen Haar und Bart und scheint sich null darum zu scheren, ob jemand bei ihm kauft oder nicht. Oder irgendwo dudelt Bob Marley.

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Agrotourismus auf der Finca Atzaró

Ach. Hach! Was war das schön hier. Die Finca Agrotourismo Atzaró ist eine Mischung aus Zen, Ethno-Design, Luxus und Wellness. Eine riesige Menge Day-Beds an diversen türkisfarbenen Pools. Love and Happiness sag ich nur mal. Auch das Essen ist fantastisch. Wir waren für ein paar Stündchen zu Gast. Ehrlich gesagt, wäre ich schrecklich gern länger geblieben. Wenn da nicht Kiddo 2 gewesen wäre. Ich liebe meinen Sohn extrem, aber er ist leider völlig inkompatibel mit einer ruhigen entspannten Erwachsenen-Atmosphäre. Im stylischen Love-Pool wollte er planschen und vom Rand reinspringen, damit das Wasser schön spritzt. Im wunderschönen Restaurant wollte er laute Lieder singen und die hübsch gestaltete Gartenanlage war natürlich nur ein Parcours für wildes Toben. Also sind wir nach etwa 2 Stunden wieder abgezogen. Aber ich habe mir einen dicken Merker gemacht: Hierhin werde ich definitiv zurückkehren!

Ibiza mit Kindern

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Alles Öko auf der Farm Can Musson

Ganz anders die Öko-Farm Can Musson. Etwa fünf Kilometer südlich von Santa Eulàlia liegt dieses Mini-Paradies im Grünen. Hier ist alles bunt, üppig und voller Blumen, kein minimalistisches Design (auf das ich ja total stehe, aber mein Fünfjähriger eben nicht – s.o.), es gibt schwarze Schweine, Ziegen, Schafe, Hasen und Hühner. Und einen Spielplatz. Und ein Trampolin. Soll ich mehr sagen?  Sehr lecker ist dort übrigens der gepresste O-Saft plus selbstgemachtem traditionellen Kuchen mit etwas Minze und Zuckerkruste.

Ibiza mit Kindern

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Quietschbunt über Schleichwege

Ich bin im Touristenzug gefahren! Das glaubt mir vielleicht erstmal keiner, der mich kennt. Aber bei aller Abneigung gegen solche mega-touristischen Einrichtungen muss ich zugeben, dass diese Zugfahrt echt etwas hat. Kiddo 2 fand es natürlich mega. Gerade wegen der quietschbunten Optik. Was ich gut fand: Die etwa dreistündige Fahrt bringt einen auf Nebensträßchen quer durch die Natur zu verschiedenen Buchten und Orten im Landesinneren. Klar, die Orte kann man auch alleine besuchen. Aber die Route querfeldein hat uns ein paar Einblicke abseits der größeren Straßen gezeigt. Wir sind an vielen Häusern in Ibiza-typischer Bauweise vorbeigekommen, haben den Ibiza-Rollercoaster getestet – eine Strecke bergauf-bergab – und hatten einige schöne Ausblicke auf die typischen Bäume in roter Ibiza-Erde. Mein Fazit: Schöne Möglichkeit, mit Kindern bequem einen Teil der Insel kennen zu lernen.

Ibiza mit Kindern

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Wir haben noch mehr erlebt rund um Santa Eulàlia – aber darüber gibt es bald einen eigenen Beitrag!

Und ihr? Seid ihr schon mal auf Ibiza gewesen? Was waren eure Eindrücke?

 

Wir waren übrigens zu unserer Reise von Tourismus Region Santa Eulàlia eingeladen. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle nochmal bedanken, Kiddo 2 und ich hatten richtig schöne Tage auf Ibiza. Ich hoffe, der Artikel zeigt, dass ich meine Meinung aber so objektiv wie sonst auch aufgeschrieben habe.

 

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8 Antworten

  1. Das hört sich ja sehr gut an. Ibiza hat man immer als Discoinsel im Kopf. Wie Mallorca und Ballermann, doch es gibt so schöne ruhige Ecken, in denen man das Land und Leute richtig kennen lernt. Ich sollte Ibiza mal als Reiseziel ins Auge fassen
    Liebe Grüße

    • Liebe Tanja, das ist tatsächlich wie mit Mallorca. Ibiza ist nicht nur Party, ich war erstaunt über die vielen ruhigen Ecken. LG Stefanie

  2. Liebe Steffi,
    das klingt toll – und so schöne Bilder! Ich war seit meiner Kindheit nicht mehr auf Ibiza – sieht aber aus, als ob es ein sehr lohnenswertes Reiseziel ist.
    LG Antje

  3. Eine schöne Reise habt Ihr zwei da gemacht. Die Öko-Farm habe ich mir gleich gemerkt. Vielleicht gebe ich nach Deinem Artikel Ibiza doch noch einmal eine Chance. Für uns (Eltern) war es vor ein paar Jahren ein Reiseflop, was in erster Linie am Hotel lag. Die Kinder fanden es auf Ibiza toll. 🙂
    Liebe Grüße, Ines

    • Liebe Ines, Ibiza hat es echt verdient – zu der zweiten Chance kann ich dir nur raten 🙂 LG Stefanie

  4. Liebe Stefanie,
    das klingt ja nach einem ziemlich gelungenen und wundervoll bunten Solo mit Kind – und ganz so, als ob du es entspannt genossen hast. Mich hast du total neugierig auf Ibiza gemacht. Wenn unsere Herbstferien mal wieder früher sind, werde ich die Hippieinsel mal anpeilen.
    Liebe Grüße
    Angela

    • Liebe Angela, das war es auch. Uns hat es beiden total gut gefallen; die Ecke bei Santa Eulàlia ist richtig schön. Und mal nur mit einem Kind unterwegs zu sein, fand ich toll 🙂 LG Stefanie

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