Lasst es euch gut gehen … in Montpellier!

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Darf ich euch meine absolute Lieblingsstadt vorstellen? Montpellier begleitet mich schon seit einer gefühlten Ewigkeit. Spätestens seit zwei wunderbaren Auslandssemestern dort gehört die südfranzösische Stadt für mich zu den schönsten Orten in Europa. Montpellier ist eines der wenigen Reiseziele, zu denen es mich immer wieder hinzieht. Versteht sich also von selbst, dass wir mit den Kids schon dort waren, zuerst nur mit einem und inzwischen auch schon mehrmals mit beiden.

Was ist so toll an Montpellier?

Die Stadt ist schön wie es zugegebenermaßen viele französische Städte sind: Ihr findet dort hübsche kleine Gässchen mit individuellen Läden ebenso wie Straßen, in denen sich die Edelboutiquen aneinander reihen. Es gibt lauschige Plätze und eine unüberschaubare Anzahl an tollen Restaurants und Straßencafés.

Erste Besonderheit – und das haben eben nicht viele Städte: Ein Großteil der Innenstadt ist reiner Fußgängerbereich. In dessen Zentrum liegt die große Place de la Comédie mit ihrem schönen Opernhaus und Restaurants und Geschäften. Daran schließen sich besagte Gässchen an und ihr kommt von dort direkt in den Stadtpark L’Esplanade (mit nettem Kinderspielplatz) oder auch ins Einkaufszentrum Halles.

Zweite Besonderheit: Das Stadtbild prägen vor allem die vielen Studenten. Montpellier ist eine der größten Uni-Städte Frankreichs, etwa jeder vierte der rund 280.000 Einwohner studiert an einer der vier großen Hochschulen. Ihr könnt euch also die Atmosphäre in etwa vorstellen? Sehr lebendig und quirlig, im großen Fußgängerbereich aber eben nicht stressig, weil ohne Autos.

Dritte Besonderheit: Montpellier ist nicht in erster Linie eine Touristenstadt. Montpellier ist die Hauptstadt des Départments Hérault und ein Wirtschaftszentrum unter anderem für Medizintechnik und Metallverarbeitung. Auch wenn es immer recht voll ist überall und in der Hochsaison im Sommer sogar ein merkwürdiges Touristenbähnchen durch die Stadt tuckert, so ist Montpellier nicht so touristisch wie die bekannten Städte der Côte d’Azur, Saint Tropez, Nizza & Co.

Das heißt, es lässt sich selbst in der Hochsaison gut aushalten. Und in der Nebensaison ist die Stadt immer noch sie selbst und nicht wie manch andere, die hauptsächlich vom Tourismus leben, wie ausgestorben. Die Preise sind zwar typisch südfranzösisch eher hoch, aber eben noch nicht durch die Decke gegangen. Sicher liegt es an den vielen Studenten, dass sich in Montpellier auch günstige Restaurants und Cafés finden lassen.

Die Stadt ist vergleichsweise jung, will sagen sie hat keine antike Vergangenheit. Die erste urkundliche Erwähnung ist von 986. Wer Sehenswürdigkeiten sucht, schaut sich die Kathedrale Saint Pierre an, das Musée Fabre oder das Aquädukt. Die eigentliche Sehenswürdigkeit ist aber im Prinzip die Stadt selbst mit ihren hübschen Gebäuden und schön gestalteten Plätzen. Eine gute Übersicht über alles Sehenswerte gibt es bei der Touristeninformation direkt im Gebäude zwischen Parkbeginn und Einkaufszentrum Halles.

Ich gebe zu, ich bin nie wegen der Sehenswürdigkeiten nach Montpellier gekommen, sondern immer, um zu schlendern, zu schauen, gut zu essen, ein bisschen zu shoppen und sehr viel in Cafés zu sitzen. Das klappt auch mit den Kids ganz gut.

Montpellier mit Kindern

Es gibt einige für die Kleinen total nette Lädchen, die das Stadtbesichtigen immer wieder auflockern.

Montpellier mit Kindern

Sehr nett sind natürlich auch die vielen Eisläden oder das wirklich hübsche zweistöckige Kinderkarussell.

Montpellier mit Kindern

Eine ganze Weile haben wir uns zum Beispiel auch den Tin-Tin-Laden (Tin-Tin ist bei uns Tim & Struppi) angeschaut. Und wenn’s dann wirklich genug war, sind wir auf den Kinderspielplatz im Park gegangen: Das kleine Areal ist fantasievoll gestaltet und liegt schön im Schatten unter Bäumen – ich habe diese Pause immer genossen, meinem Mann zugeschaut, der netterweise mit den Kids über die Klettergerüste geturnt ist, und mich ganz französisch gefühlt ;-).

Lage: Ein weiterer großer Pluspunkt von Montpellier: Die Stadt liegt gleich zwischen mehreren schönen Landschaften und Regionen: Camargue, Provence, die Cevennen …. Es ist von Montpellier aus nur ein Katzensprung zu den Stränden des Mittelmeers. Mit dem Auto fahrt ihr etwa 15 bis 20 Minuten vom Zentrum aus und dann seid ihr am Meer (und übrigens auch gleich in der Camargue).

Das wäre auch mein Tipp fürs Übernachten, wenn ihr einen längeren Aufenthalt dort plant: Rund um Montpellier gibt es Campingplätze, Ferienwohnungen und Bungalows in einer ganzen Reihe von Ferienorten wie etwa Palavas, La Grande Motte, Le Grau du Roi und anderen. Der Strand L‘Espiguette rund um Le Grau du Roi ist einer der schönsten Frankreichs: Kilometerlang, breit und naturbelassen. Unbedingt hinfahren!

In der anderen Richtung seid ihr wiederum mit dem Auto in kurzer Zeit im Landesinneren und könnt zum Beispiel gleich mehrere Unesco Weltkulturerbe besichtigen: Die Abtei Saint Guilhelm in der Schlucht de l’Herault, den Aquädukt Pont du Gard oder auch die historische Stadt Carcassonne – eine Burg, die unsere Kids super fanden. Die Cevennen sind nicht weit und wenn ihr einen längeren Roundtrip weiter gen Süden machen wollt: Von Montpellier fährt man etwa 3,5 Stunden bis Barcelona.

Hinkommen: Montpellier hat einen Flughafen etwa eine halbe Autostunde vor der Stadt. Wer Zug fahren will: Der Bahnhof von Montpellier liegt im Stadtzentrum und ist von Paris aus mit dem Schnellzug (LGV) in etwa 3,5 Stunden zu erreichen. Mit dem Zug bin ich selbst nie gefahren, kann dazu deshalb nichts raten. Mit dem Auto kommt man von Deutschland aus über Lyon und die Autoroute du Soleil am schnellsten hin. Von Stuttgart aus sind es etwa 900 Kilometer, wir brauchen meist zehn Stunden mit Pausen. Mautgebühren in Frankreich für diese Strecke hin und zurück rund 100,00 Euro.

Wetter: Es ist Südfrankreich! 🙂

 

Habt ihr auch Orte auf der Welt, zu denen es euch wieder und wieder hinzieht? Welche sind das und warum? Ich freue mich über eure Kommentare!

 

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5 Antworten

  1. Aaaah, Frankreich. Auf jeden Fall immer wieder eine Reise wert!

    Leider war ich in Montpellier nur ein Tag. Es war auf einem Roadtrip entlang der Cote d’Azur … dort war ich schon häufiger unterwegs.

    Aber egal ob man nun nach Montpellier fährt oder in einen anderen Ort an der Südküste. Ein Zwischenstopp in Avignon ist fast schon Pflicht. Besonders zum Theaterfestival im Juli.

    Grüße, Torsten

  2. Hi Linda, ja, das finde ich auch. Wenn ich könnte, würde ich noch viel öfter dort sein.
    LG
    Stefanie

  3. Ich bin schon oft in Frankreich unterwegs gewesen und liebe besonders den Süden des Landes. Die vielen großen und kleinen Orte haben einfach einen besonderen Charme.

    LG Lu

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