#nosnow oder wie wir die Ostsee im Winter entdeckt haben

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Das neue Jahr hat ja echt Humor! Ich wollte Ruhe über die Feiertage – und lag mit Grippe flach. Dann wollte ich etwas Adventsspeck loswerden und kriegte Zahnschmerzen inklusive Wurzelbehandlung beim Notdienst an Neujahr. Und die ganze Zeit war ich am Grübeln, ob mir ein Skiurlaub auch ohne echten Schnee gefallen könnte – da kickt uns das reservierte Hotel in Tirol wegen Überbuchung raus.

Genug Zeichen an der Wand also für eine 180 Grad-Drehung! Und so sind wir statt nach Süden in die Berge nach Norden an die Ostsee gefahren. Genauer gesagt, nach Boltenhagen etwa 20 Kilometer westlich von Wismar und 40 Kilometer östlich von Lübeck.  Boltenhagen ist ein anerkanntes Seeheilbad und eines der ältesten Ostseebäder. Das Dörfchen mit rund 2.500 Einwohnern empfängt im Sommer bis zu 30.000 Feriengäste. Jetzt im Winter war es aber fast menschenleer.

Es war dort so schön, dass ich jetzt fast überzeugt bin, dass es so was wie den Wink des Schicksals gibt …

Ostsee im Winter_Boltenhagen_familyescapes

Der Trip an die Ostsee im Winter war mit einer der besten, auf jeden Fall der erholsamste  Kurzurlaub, den wir als Familie je gemacht haben. Und zwar deswegen:

 

Leere Strände, frische Seeluft und ganz viel Licht

Möwen und Schwäne sind definitiv in der Überzahl Anfang Januar am Boltenhagener Strand. Wann hat man das schon mal? Einen langen weißen Sandstrand fast nur für sich allein. Irgendwo steht meistens jemand mit einer Tüte Brot und füttert die Möwen. Neben deren Gekreische sind  Wind- und Wellenrauschen das einzige Geräusch. Außer natürlich unseren Lautsprecher-Kindern, die sich über den ganzen Strand zubrüllenrufen, was für tolle Muscheln sie gerade gefunden haben 😉

Ostsee im Winter_Boltenhagen__familyescapes

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An der Strandlandschaft konnte ich mich nicht satt sehen. Wenn es nicht so kalt gewesen wäre, hätte ich den ganzen Tag dort herumlaufen können. Allein das Licht! Offenbar ist Boltenhagen sehr wetterverwöhnt, während es in ganz Norddeutschland grau war oder geschneit hat, standen wir im schönsten Sonnenschein.

Zeit und Muße

Boltenhagen ist wie gesagt klein und drum herum ist viel hübsche Natur. Wir waren also Spazieren und sonst eigentlich nichts. Ich muss dazu sagen, dass wir auf unseren Spaziergängen mit den Kids immer viel herumstehen, hier an der Ostsee war es wegen der vielen weißen Muscheln, die gesammelt werden wollten. Wenn wir also ein bisschen Strecke machen möchten, dauert es ewig. Mir hat das überraschenderweise supergut getan, ich hatte viel Zeit zu schauen und das Meer zu genießen. Konnte in Ruhe hübsche Boltenhagener Häuschen fotografieren. Sogar ein paar Minuten Zweisamkeit waren drin.

Ostsee im Winter_Boltenhagen_familyescapes

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Und wenn wir bei gefühlten minus 15 Grad dann schön durchgefroren waren, gab’s was Warmes zu trinken und zu essen an einer der Imbissbuden direkt hinter dem Strand. Den weltbesten Kinderpunsch haben wir übrigens im Café Einraum gegenüber der Seebrücke gefunden.

 

Meer vorm Balkon

Das hatte ich noch nie: Ein Apartment quasi direkt am Strand. Luftlinie Balkon-Meer waren ungefähr 10 Meter, schätze ich. Wenn wir also nicht spazieren waren, saß ich im Sessel am Balkon, hinter mir das Kaminfeuer, und habe aufs Meer geschaut.

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Das ist auch ein Vorteil von Ostsee-im-Winter: Die Hotels sind ziemlich leer, die Preise natürlich viel besser als in der Hochsaison. Wir waren im Dorfhotel Boltenhagen in der Weißen Wiek. Das ist eine große Apartment-Anlage, eigentlich ein eigenes kleines Dorf direkt an der Küste. 600 Betten! Es gibt mehrere Restaurants, eine eigene Ausflugsboot-Anlegestelle, x Apartment-Häuser, Schwimmbad, Spielplätze etc. etc. Vermutlich verlaufen sich die Gästemengen im Sommer, jetzt im Winter waren es ohnehin nur eine Handvoll – eine sehr ruhige Atmosphäre.

Ostsee im Winter_Boltenhagen_familyescapes

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Ach ja, und es gibt eine gute Kinderbetreuung. Unsere beiden waren hin und weg, vor allem Kiddo 2 hat sich auf der Stelle in Kuh Resi verliebt und war kaum loszueisen. Auch das – ein paar Stunden kinderfrei – hat natürlich extrem zu unsere Erholung beigetragen. 🙂

 

Hansestädtisches in Wismar

Von Boltenhagen aus fährt man nur rund 30 Minuten bis nach Wismar (durch entzückende Landschaften übrigens). Bei unserem Besuch war es so kalt, dass wir das Ganze immer im Wechsel Drinnen-Draußen gestaltet haben. Zuerst ein Spaziergang durch die Altstadt dieser Backsteinstadt. Wismar hat sich ebenso wie Stralsund seinen mittelalterlichen Grundriss bewahrt. Beide Städte repräsentieren heute den Idealtypus einer Hansestadt aus dem 14. Jahrhundert. Ich sage nur, sechs Backsteinkirchen!

Die Stadt ist schön hergerichtet, die Fassaden sind renoviert, Gebäude saniert. Mittelpunkt der Altstadt ist der Marktplatz mit seiner Wasserkunst, einem Brunnen, der früher die Bürger mit Trinkwasser versorgt hat.

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Vom Marktplatz aus sind wir für eine Stunde in einen Minicar zu einer Stadtrundfahrt gestiegen. Neben der Altstadt führt die Tour auch in den alten Hafen. Das fand ich toll: Eben noch Kopfsteinpflaster zwischen putzigen Fassaden und dann auf einmal der Wechsel hin zum Hafen mit Kränen & Co.  Schon seit 1.000 Jahren legen hier Boote an.

Ostsee im Winter_Wismar_familyescapes

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Traditionsreich (und gut) haben wir auch gegessen. Das Restaurantgebäude „Alter Schwede“ direkt am Markplatz wurde 1380 erbaut und wird seit 1878 als Restaurant betrieben. Übrigens: Wismar war von 1648 bis 1803 in schwedischer Hand.

Auch hier: Freie Platzwahl. Ich möchte nicht wissen, wie voll es in der Hochsaison ist.

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Nach Lübeck kann man übrigens auch einen Tagesausflug machen, die Fahrt dorthin dauert etwa eine Stunde. Wir holen das sicher nach, dieses Mal waren wir zu beschäftigt damit, am Strand herumzuspazieren.

Leichte Reise

Von Stuttgart aus an die Ostsee für ein paar Tage? Ja, ich war auch überrascht, aber nach Boltenhagen sind es nur 770 Kilometer. Und hier jetzt das letzte Argument für einen Kurzurlaub an der Ostsee Anfang Januar: Die Straßen sind leer. Wir haben tatsächlich für beide Strecken nur rund sieben Stunden gebraucht.

 

Die Ostsee ist also nun mein neuer Winter-Favorit. Natürlich will ich trotzdem noch Skifahren gehen und bin so quasi zu einer Reise mehr als geplant gezwungen <hihihi>. Glücklicherweise steht in wenigen Tagen ein kurzer Ausflug ins österreichische Kleinwalstertal an.

Wenn ihr bis dahin noch weiter in schönen Ostsee-Gefühlen schwelgen möchtet, dann werft mal einen Blick auf die leidenschaftlichen Berichte von Ines auf ihrem Blog myfamilyontour.de

Wie Ostsee im Sommer geht, könnt ihr zum Beispiel bei Sophie von Berlinfreckles  bei Marc von Reisezoom oder bei Christina von Mrs Berry nachlesen.

Und ihr selbst? Wart ihr schon mal an der Ostsee? Wo denn? Schreibt mir doch in den Kommentaren davon, ich freue mich über Tipps!

 

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8 Antworten

  1. Liebe Stefanie,
    sehr schön geschrieben und tolle Bilder. Ja, das Licht ist unglaublich und die Luft und und …
    Super, dass Dein Jahresbeginn sich noch so gedreht hat ;-). Das Dorfhotel wird mir auch immer in guter Erinnerung bleiben, meine Tochter hat dort ihr Seepferdchen gemacht und dieser Balkon fast im Meer ist einfach fantastisch. Vielen Dank fürs Verlinken, Liebe Grüße, Ines

    • Danke schön! Ja, das war das Allerbeste – direkt auf dem Meer zu sitzen! VlG Stefanie

  2. Ich musste ja schon etwas schmunzeln, denn ich habe unseren Winter-Urlaub von vor 4 Jahren wiedererkannt 🙂 Wir waren für eine Woche über Silvester einigermaßen in der Nähe, im namhaften Börgerende-Rethwisch. Wir hatten eine kuschelige FeWo, natürlich mit Kamin. Von dort haben wir Ausflüge, u.a. nach Boltenhagen, Wismar, Rostock, die Insel Poel und nach Kühlungsborn unternommen. Die kühle Luft, die menschenleeren Strände und dazwischen ein heißer Kakao und ein klein wenig Sightseeing – herrlich entspannend und so etwas von befriedigend. Wir machen das jedes Jahr über Silvester so, Ostsee, Nordsee oder schlecht das vom Ruhrpott aus nahe Sauerland. Den Winterurlaub, Skifahren oder sogar den hohen Norden nördlich des Polarkreises, gibt es dann nochmal separat.

    • Danke, liebe Nicole. Das bestärkt mich darin, das ab jetzt auch so zu machen. Netter Nebeneffekt ist ja auch, dass so aus einem Winterurlaub zwei werden 🙂 LG Stefanie

  3. Toller Beitrag und trifft sich super mit meinen Gedanken heute Nachmittag. Da überlegte ich mir tatsächlich, ob wir nächstes Wochenende nicht an die Ostsee fahren sollten 🙂
    Ostsee geht einfach immer!

    Liebe Grüße,
    Marc

    • Hi Marc, na dann los! Ihr habt ja das Glück, schön nah dran zu wohnen. Bei uns wird’s jetzt wohl ein bisschen dauern, bis wir wieder hin kommen. LG Stefanie

  4. Liebe Stefanie,

    ich freue mich, dass ihr so ein Glück mit dem Wetter hattet. Ich könnte auch einfach stundenlang am Strand sein. Nun gut, mit Kindern fällt das bei Kälte kürzer aus. Aber Buddeln und Steine sammeln geht zum Glück auch im Winter. 🙂

    Und danke fürs Verlinken!

    Liebe Grüße, Sophie!

    • Liebe Sophie, gern geschehen. Ostsee im Sommer kenne ich ja nur aus meiner Kindheit, als ich noch in Berlin gewohnt habe. Schöne Grüße zurück, Stefanie

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