Sicher Reisen mit Kindern: Sieben Punkte, auf die ihr achten solltet!

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Habt ihr Bedenken, dass (Fern)reisen mit Kindern gefährlich sein könnten? Mich hat die Frage ziemlich umgetrieben, bevor wir mit den Kids nach Thailand geflogen sind. Ich hoffe, die folgenden Tipps fürs sichere Reisen mit Kindern helfen euch bei der Planung und zerstreuen Ängste – denn die sind definitiv unnötig.

1. Sucht sichere Reiseziele aus (vor allem wenn ihr selbst nicht viel Reiseerfahrung habt)!

Das liegt natürlich auf der Hand: Auf das Reiseziel kommt es an. Sicher kann man grundsätzlich mit Kids überall hin fahren – wenn die Reise gut vorbereitet ist und man selbst schon genügend Reise-Erfahrung hat.

Folgende Faustformel: Je kleiner die Kids und/oder je unerfahrener im Reisen die Eltern, desto „sicherer“ sollte das Reiseziel sein. Sprich: Habt ihr bislang nur All-Inclusive-Urlaube oder Kinderhotel-Reisen oder Urlaub an europäischen Stränden gemacht, würde ich es langsam angehen lassen. Bei westlichen Ländern wie Kanada, USA, Australien stellt sich die Frage nach der Sicherheit natürlich nicht so. Aber wenn ihr andere Kulturen erleben möchtet, schaut ihr sicher eher nach Asien, Mittel- und Südamerika und Afrika, oder?

Asien, Südamerika oder Afrika?

Wir haben Thailand für unsere erste Fernreise mit den Kids ausgesucht, denn dieses Land hat in den meisten Landesteilen eine sehr gute Infrastruktur (Verkehr, medizinische Versorgung, Hygiene etc.). Auch andere Länder in Asien wie zum Beispiel Vietnam, Sri Lanka oder Teile von Indonesien sind prima fürs Reisen mit Kids geeignet.

Mittel- und Südamerika? Das sind eigentlich meine persönlichen Favoriten, ich muss aber sagen, dass unser nächstes Ziel mit den Kids wieder in Asien liegen wird. Südamerika ist generell rauer, die schönsten Gegenden liegen oft sehr hoch und das Reisen in diesen Ländern habe ich immer als körperlich anstrengender empfunden als im „weicheren“ Asien.

Sprich: Ich warte damit noch ein bisschen, bis meine Kids älter und robuster sind. Das Gleiche gilt für Afrika – mein Reisetraum. Doch auch hierhin geht es für uns wohl (leider!) erst in einigen Jahren. Mit unseren Kindern (7 und 4) schrecken mich jetzt noch die langen holprigen und anstrengenden Fahrstrecken und die nicht so gute medizinische Versorgung.

Übrigens: Ich rede jetzt von Individualreisen, die selbst organisiert sind und auch mehrere Stationen im Land ansteuern. Wenn ihr mit einem Reiseveranstalter unterwegs seid oder Badeurlaub an einem Ort und in einem guten Hotel machen wollt, könnt ihr fast überall auch mit kleineren Kids hinfahren.

2. Wählt das richtige Transportmittel!

Wenn ihr beispielsweise in Thailand von A nach B fahren wollt, gibt es meist mehrere Möglichkeiten. Während wir früher unser Transportmittel nach Route und Kosten ausgesucht haben, ging es jetzt klar danach: Wie lange dauert die Fahrt, ist es einigermaßen sicher und wie werden die Kids das mitmachen? Ergebnis während des Thailand-Trips war: Wir haben für kürzere Distanzen öfter den (teureren) privaten Minibus genommen, als wir es zuerst geplant hatten. Achtet aber auch hier unbedingt auf die Qualität des Anbieters. Wir sind sehr gut damit gefahren, die Transporte über unsere Unterkunft zu buchen bzw. uns einen Anbieter empfehlen zu lassen.

Auf dem Meer waren wir nicht mit dem Speed-Boot sondern mit der Fähre unterwegs und eine längere Strecke sind wir geflogen.

Generell müsst ihr euch schon darauf einstellen, dass es keine Kindersitze oder Babyschalen gibt, dass es oft zieht wie verrückt, weil immer die Fenster weit offen sind, dass im Bus mehr Personen sitzen als es bei uns der Fall wäre und dass auch der Fahrstil des Busfahrers teilweise gewöhnungsbedürftig ausfallen kann. Auch Sicherheitsgurte auf der Rückbank sind in Taxis nicht unbedingt üblich.

Sicher Reisen mit Kindern

Deutsche Standards sind sehr selten

Ich glaube, kaum ein Land ist vergleichbar mit unserem TÜV-erprobtem Deutschland. Von diesem Standard dürft ihr zum Beispiel in Asien nicht ausgehen: Ihr müsst genauer auf die Kids acht geben als zuhause, hier sind manchmal Löcher im Asphalt oder Geländer nur unzureichend gesichert.

Wir haben vor der Reise den Kids eingeschärft, dass sie noch mehr – oder überhaupt mal! – auf uns hören müssen, wenn wir Stopp rufen, dass sie noch weniger wegrennen dürfen als zuhause etc. (Ihr wollt wissen, ob das was gebracht hat? Äh… hm…).

Was sich aber bewährt hat, war, mit Rucksack und nur einem Koffer, den mein Mann trug, zu reisen. So hatte ich in kniffligeren Situationen, zum Beispiel im Tumult beim aufs Schiff gehen, auf sehr quirligen Märkten und am Flughafen immer die Kids an der Hand. Bei kleineren Kindern bieten sich natürlich entsprechende Tragehilfen – wie Ergo Carrier, Manduca oder später die Kraxe – an.

3. Recherchiert zuhause, wie die Reiseapotheke aussehen muss!

Vor jeder Fernreise gilt: Die Kids sollten gegen alles Nötige geimpft sein und ihr solltet mit eurem Kinderarzt über die Reise sprechen. Welche Impfungen für das jeweilige Land nötig sind, erfahrt ihr bei tropenmedizinischen Instituten, für Stuttgarter: bei der Tübinger Tropenklinik.

Und Malaria?

Malaria-Prophylaxe ist bei Kids nicht so eine gute Idee, es kommt vielmehr darauf an, sich möglichst nicht stechen zu lassen. D.h. lange Ärmel und lange Hosen, Moskitonetze zum Schlafen. Zum Thema Malaria gibt es auf dem Blog der Weltwunderer übrigens einen ausführlichen Beitrag.

Sicher Reisen mit Kindern

Eine Reiseapotheke gehört natürlich ebenfalls ins Gepäck. Für die Kids umfasst unsere

  • viiiiel Anti-Mücken-Spray (Autan Family, für größere Kinder geht auch das wirksamere Anti-Brumm)
  • Pflaster
  • sterilen Verband
  • Wundspray
  • Fieberthermometer
  • Kohle-Tabletten
  • Arnica-Globuli
  • Augentropfen gegen Bindehautentzündung
  • Fieberzäpchen
  • Vomacur
  • Fenistil Gel

Wenn ihr in Ländern mit guter medizinischer Versorgung wie Thailand reist, bekommt ihr das meiste auch vor Ort. Wir haben glücklicherweise nichts aus der Reiseapotheke gebraucht – bis auf das Mückenmittel. Checklisten für Reiseapotheken findet ihr im Internet zuhauf; googelt am besten „Reiseapotheke + euer Reiseziel“, dann habt ihr eventuelle besondere Anforderungen gleich dabei. Einen hilfreichen allgmeinen Überblick gibt es zum Beispiel bei Reisemeisterei oder Viel Unterwegs.

 4. Cook it, peel it or forget it!

Die Formel „Cook it, peel it or forget it“ kennt ihr, oder? Das heißt: Möglichst nichts Rohes wie Salat, kein Wasser aus dem Wasserhahn, keine Eiswürfel, kein Softeis. Unterschätzt das Gebot „nix Rohes“ nicht. Ich habe das einmal mit ganz wenigen Löffeln eines unscheinbaren kleinen Salates auf einer Insel im Titicacasee in Peru ziemlich bitter erfahren, dass man sich da wirklich dran halten sollte!

Garküchen-Essen ist kein Problem, am besten ist es dort, wo viel los ist. Denn wenn viel gekocht wird, steht das Essen nicht lange, sondern kommt immer frisch gekocht aus der Pfanne.

Wir hatten in Thailand überhaupt keine Magen-Probleme, haben uns aber auch an die obige Formel gehalten. Außerdem hatten wir auch den Kindern eingeschärft, das Wasser aus dem Hahn in der Unterkunft nicht zu trinken und beim Haare waschen den Mund zuzulassen.

5. Passt in der Sonne auf!

Ganz wichtig ist sehr guter Sonnenschutz und am besten auch viel Zeit im Schatten. In Ländern wie Thailand ist die Sonneneinstrahlung so stark, dass auch kurze Zeiträume reichen, um die Haut zu verbrennen. Unsere Kids waren immer mit Hut/Kappe und dick eingecremt unterwegs.

Die Hitze hat beiden übrigens nicht viel ausgemacht, nach einer kurzen Gewöhnung waren sie überhaupt nicht beeinträchtigt.

6. Der Alptraum: Das Kind ist weg!

Der Alptraum aller Eltern: Das Kind ist verschwunden. Damit das nicht passiert, haben wir in quirligen Umgebungen wie gesagt die Kids viel mehr als Zuhause an der Hand gehalten. Ihr könnt natürlich davon ausgehen, dass Einheimische oder andere Touristen einem Kiddi, das seine Eltern sucht, helfen werden. Wir haben unseren Kindern für solche Fälle – etwa beim Aufenthalt auf den Flughäfen – Namensarmbändchen angezogen, auf denen unsere Namen und Handynummern standen. Die meiste Zeit waren wir aber sowieso eher in weitläufigeren Gegenden und in der Natur unterwegs, so dass die Gefahr eigentlich auch nur selten bestand.

 Sicher Reisen mit Kindern

7. Erkundigt euch nach der politischen Lage im Reiseland!

Für mich war auch früher ohne Kinder schon eine unsichere Lage im Reiseland Grund, die Route zu ändern oder auch mal die Reisepläne komplett über den Haufen zu werfen. Genauso halten wir es natürlich jetzt auch, das heißt vor der Reise recherchiere ich genau, wie die aktuelle politische Lage vor Ort ist.

Wichtige Quelle ist das Auswärtige Amt, aber auch entsprechende Foren im Netz können hilfreich sein, wenn man sich nicht sicher ist. Wir sind beispielsweise nach Bangkok geflogen, als die Proteste der Regimekritiker noch voll im Gange waren. Vor der Abreise habe ich ständig bei thailand-reisetipps.de die neuesten Berichte von Reisenden, die aktuell in Bangkok waren, zur Sicherheitslage gelesen. Hätte es tatsächlich Anzeichen dafür gegeben, dass die Lage sich zuspitzt und es für Touristen auch abseits der Haupt-Protestzonen, die man gut meiden konnte, gefährlich werden könnte, hätte ich die Reise vermutlich abgesagt.

Grundsätzlich gilt hier: Informiert euch im Vorfeld, falls in eurem Reiseland irgendetwas gärt. Ansonsten ist das Risiko, Opfer eines Verbrechens zu werden, in den meisten Ländern Asiens nicht höher als zuhause oder an einem Strand am Mittelmeer.

Für manche Länder Süd- und Mittelamerikas gelten schon andere Sicherheitsüberlegungen, weil die Verbrechensrate höher ist. Auch hier gilt: Macht euch auf keinen Fall verrückt. Informiert euch im Vorfeld und beachtet im Land selbst gewisse Verhaltensvorgaben, wie zum Beispiel: Keine Wertsachen zur Schau stellen, Bargeld nicht im Geldbeutel in der Hosentasche etc. etc. Aber dass wisst ihr ja ohnehin.

Wohin mit dem Bargeld?

Brustbeutel finde ich persönlich schwierig, unbequem und viel zu sichtbar. Da sind diese Taillentaschen, die man im Hosenbund verschwinden lassen kann, schon besser. Wir nutzen auf unseren Reisen gern diese „normalen“ Ledergürtel, die innen hohl und mit Reissverschluss ausgestattet sind. Darin lassen sich prima Geldscheine aufbewahren und dem Gürtel sieht man von außen sein Innenleben nicht an.

Da ich immer auf Nummer Sicher gehe, nehme ich von unseren wichtigsten Unterlagen wie Pässen, Flugdokumente etc., auch immer eine Kopie mit oder scanne alles einmal ein und speichere es im Mail-Postfach.

Zum Schluss:

Ich bin auf keiner meiner Reisen bislang schwer krank, bestohlen oder überfallen worden. Beim Reisen mit Kindern ist das Risiko zudem eher geringer, dass so etwas passiert, weil man einfach vorsichtiger unterwegs ist, in besseren Unterkünften übernachtet und sicherere Transportwege wählt als bei Solo-Reisen. Also: Nicht verrückt machen lassen. Fernreisen mit Kindern sind in allererster Linie ein Riesenspaß! Mein Fazit nach unserer Thailand-Reise war: Alles halb so wild!

 

 

Habt ihr auch Tipps fürs sichere Reisen mit Kindern? Dann freue ich mich über eure Kommentare.

 

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6 Antworten

  1. […] ihr mit Kind verreisen? Hier sollte die gesundheitliche Versorgung und Hygiene des Landes hoch sein und natürlich sollte […]

  2. Toller Artikel, nach genau so einer Zusammenfassung habe ich gesucht. Habe einen Artikel, wie man ein Flashpacking Reiseziel findet und werde auf deinen Artikel hier verweisen für mehr Infos.
    Viele Grüße,
    Stefanie

  3. Ein Super Überblick, Stefanie – damit spart man sich ja fast ein ganzes Kapitel unseres „Reisehandbuchs für Familien“ 😉

    Die Sicherheitsfrage ist schon so eine Gretchenfrage für individualreisende Familien. Gerade wenn es ans Taxifahren ohne Kindersitz oder Mopedfahren geht, muss man sich einfach entscheiden, wie weit man sein deutsches Sicherheitsempfinden mit auf Reisen nehmen will.

    Zum Thema Gesundheitsvorbeugung habe ich noch eine wichtige Ergänzung: Unterwegs in den Tropen sollten Kinder und Eltern unbedingt viel und regelmäßig trinken. Geht nie ohne einen Liter Wasser pro Person los und sorgt rechtzeitig für Nachschub. Dehydrierung, zusammen mit Stress und Sonne, ist euer schlimmster Feind 😉

    LG
    Jenny

    • Da hast du Recht, es ist manchmal wirklich eine Gretchenfrage. Wir sind bislang mit einem Mix aus Vorsicht und Wagemut 😉 (Taxi ohne Sicherheitsgurt, aber auch nur auf kurzen langsamen Fahrten innerhalb der Stadt) gut gefahren. Danke auch für deinen Tipp ausreichend zu trinken, das ist echt total wichtig und wird eben schnell auch mal vergessen. Dein Reisehandbuch muss ich mir jetzt unbedingt besorgen! LG Stefanie

  4. Ein wichtiges Thema, zumal die ständigen Reisewarnungen einen oft verunsichern. Ich selbst bin oft alleine unterwegs, war aber auch schon oft in sog. „Krisenzeiten“ in den betroffenen Ländern. Genau wie du denke ich, dass alles mit einer vernünftigen Vorbereitung bewerkstelligt werden kann. Die Idee mit den Armbändchen für die Kleinen finde ich super. Sollte es für manche schusselige Erwachsene auch geben 😉

    LG
    Jasmin

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