Sieben Gründe für den Urlaub am Balaton (und einer dagegen)

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Mensch, war das schön! Und so erholsam. Drei Wochen sind wir jetzt am und um den Balaton getingelt. Selten habe ich eine Auto-Reise über mehrere Stationen mit unseren Kindern so relaxed erlebt. Was Balaton & Co. alles zu bieten haben, werde ich euch natürlich noch en Detail hier schildern.

Während um mich herum noch die letzten unausgepackten Taschen stehen, schreibe ich aber schon mal dieses Best Of Balaton. Wenn ihr hier mitgelesen habt, wisst ihr eventuell noch, dass ich ja anfangs etwas skeptisch war gegenüber diesem Reiseziel. Was soll ich sagen – ich bin voll bekehrt!

Hier sind meine sieben Gründe für eine Reise in diese ungarische Region. Und auch ein (einziger) Kritikpunkt.

1.    Balaton heißt Badeparadies

Der See ist warm, auf der Südseite sehr häufig flach abfallend bis seicht in Ufernähe und ruhig. Absolut ideal auch für kleinere Kids, die teilweise weiter draußen noch stehen können. Für uns hieß das, dass sich der vierjährige Nichtschwimmer Kiddo 2, dem selbst das Mittelmeer oft zu windig und wellig ist, am und im Wasser alleine frei bewegen konnte.

Ich persönlich bin ein Fan der Sonnenuntergänge am Balaton geworden. Sehr cool, wenn man da so ganz ruhig herumschwimmt, während sich der See langsam rosa färbt.

Urlaub am Balaton

2.    Der Nationalpark Balaton Oberland

Wenn ihr an den Balaton fahrt, dann dorthin, in den Balaton felvidéki Nemzeti Park! Wir waren in der Ecke im Nordwesten rund um Badascony und das ist wohl die schönste am See. Natürlich könnt ihr hier ebenfalls gut baden und das See-Ambiente anschmachten.

Ich finde allerdings das Hinterland fast noch interessanter als den Balaton selbst. Die Landschaft ist typisch ungarisch flach, aber immer wieder durchzogen von Vulkankegeln, kleineren Hügeln und Weinbergen. Klein-Toskana trifft es eigentlich ganz gut. Im gesamten Nationalpark findet ihr eine riesige Menge an Sehenswertem wie Burgen, Höhlen, besagte schöne Landschaften und sogar den größten natürlichen Thermalsee Europas in Héviz. Ihr ahnt es, über diese Region folgt hier im Blog bald noch ein eigener Beitrag.

Urlaub am Balaton

3.    Tihany

In diese wunderschöne Halbinsel im Nordosten habe ich mich verliebt. Tihany ist 27 Quadratkilometer groß, steht unter Naturschutz und ist außerdem schnuckelig bis kurz vorm Kitsch. Wahrzeichen ist eine sehr schöne Benediktinerabtei im Barock-Stil hoch oben auf dem Berg der Halbinsel.

Vom Schiffsanleger entweder hoch laufen oder den netten Dotto – Bummelzug – nehmen, der einen in knapp 10 Minuten auf den Berg fährt. Oben erwarten euch dann unzählige herausgeputzte Häuser, Restaurants und Geschäfte. Liebenswert übrigens finde ich die ungarischen Bezeichnungen der Läden als „ Haus“, also etwa Paprika-Ház, Keramik-Ház oder Werkzeugmaschinen-Ház.

Neben seiner Abtei ist Tihany berühmt für Lavendel und das ist auch nicht zu übersehen. Mein Favorit war das Lavendel-Schokoladen-Eis.

Also: Unbedingt hinfahren. Von vielen Orten rund um den Balaton verkehren regelmäßig Fähren nach Tihany. Wir sind von Balatonzsemes eine Stunde gefahren, Kosten: rund 15 Euro für Hin- und Rückfahrt. Die Fähre von Siófok direkt gegenüber von Tihany braucht nur etwa zehn Minuten.

Urlaub am Balaton

Urlaub am Balaton

Urlaub am Balaton

4.    Das Essen und 5. Die Weine

Also, eigentlich stehe ich ja sehr auf Salat und eher leichte Gerichte (sonst könnte ich mir leider leider die viele Schokolade nicht leisten, aber das ist ein anderes Thema). Von der doch häufig deftigen Hausmannskost voller Fleisch, Kartoffeln und Nudeln und vor allem den superleckeren Dessert-Mehlspeisen (meine Kids können jetzt Palatschinken auf Ungarisch sagen) habe ich mich aber verführen lassen. Ein Traum sind die Fleischgerichte mit Paprikagemüse und natürlich das einzig wahre Gulasch mit Nockerln (kleine Nudeln).

In vielen Ecken dominieren neben diesem Essen wie bei Muttern allerdings auch Fastfood-Gerichte, natürlich Langos (1.000 Kalorien? 2.000?) und in möglichst fettigem Teig Gebackenes. Im Nationalpark am Nordufer haben wir aber auch richtig gute Restaurants gefunden – die weltbeste Mandel-Forelle habe ich zum Beispiel im Kisfaludy Ház in Badascony gegessen.

Dort gibt es auch leckere Weine, die Region ist voll davon. Inzwischen machen sich junge Winzer auf, Innovatives auf hohem Niveau zu kreieren. Zu den roten Weinen kann ich leider nicht viel aus eigener Erfahrung sagen, die weißen Olazsriesling, Muskotály, Grauer Mönch oder Blaustengler durfte ich aber teils ausführlich probieren. Ganz klar: Yummy!

Urlaub am Balaton

Wo wir gerade beim Thema deftiges Essen sind, schummel ich an dieser Stelle auch mal den angekündigten Kritikpunkt ein: Am südlichen Ufer haben wir nämlich nicht viel anderes entdeckt, dort prägen Langos & Frittiertes die Landschaft.

Und – wichtiger als das Essen – dort habe ich außer dem superschönen See nicht allzu viel gefunden zum Begeistern. Ich hatte den Eindruck, dass das Motto „möglichst viel, möglichst billig“, das ja auch das Balaton-Klischee prägt, hier schon noch sehr zum Tragen kommt. Es gibt wohl eine Menge Anstrengungen, die Orte insgesamt attraktiver zu machen, aber Mittel und Möglichkeiten sind eben begrenzt. Mir waren es in der Ecke einfach zu viele, sagen wir mal korpulente Männer mit nacktem Oberkörper auf den Straßen, zu viele Discounter, zu viel Fastfood.

Trotzdem: Wenn ihr einen reinen Badeurlaub wollt (damit meine ich aber auch echt nur schön baden, kein Promenaden-Flanieren abends oder so) dann passt das. Unsere Kids fanden es wegen der tollen Bademöglichkeiten klasse.

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Genug Krittelei. Zurück zum Schwärmen! Oh – zum Thema Essen fast vergessen, wie konnte ich: Denn diese Baumkuchen hier allein sind ja schon ein Grund, nach Ungarn zu reisen, oder? Bei uns bekommt man sie höchstens mal auf dem Weihnachtsmarkt am ungarischen Stand, und ich bin leider komplett verrückt danach.

Urlaub am Balaton

 

6.    Budapest ist fast um die Ecke

Damit hat mich mein Mann übrigens für diese Reise gewonnen: Budapest, diese wunderbare Stadt liegt etwa 1,5 Autostunden vom See entfernt und ist gut per Autobahn oder Landstraße erreichbar. Was soll ich sagen: Wir wurden wieder mal verzaubert. Für mich eine der schönsten Städte Europas. Unser Programm war trotz konstanten 40 Grad dicht gepackt und ich sortiere noch gefühlte 1.000 Fotos von Donau, Parlament & Co.

 Urlaub am Balaton

7.    Zwischenstopp Wien

Ebenfalls ein Schwergewicht unter den Gründen für eine Balaton-Reise ist die Tatsache, dass die Route mit dem Auto von Süddeutschland aus über Wien führt. Wir haben getestet, wie gut ein Stadtetrip mit unseren Kids klappt und herausgefunden, dass es prima geht. Wie immer haben die beiden neben allen Schlössern, Fiakerfahrten und Sachertorten auch ganz andere Highlights in der Stadt entdeckt. Von denen sie mindestens so begeistert waren wie vom Riesenrad im Prater.

Wien

 Wien_Rüttelplatte

Unser Trip ging von Wien über den Balaton bis Budapest. (Instagram: #WienbisBudapest). Und gerade diese Wechsel zwischen Weltstadt-Trip und Bade-Relaxen waren für mich der Clou der ganzen Reise. Und ihr? Wart ihr schon mal am Balaton? Dann schildert mir doch, wie ihr es fandet hier gleich in den Kommentaren!

 

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5 Antworten

  1. Also wir fahren schon seid Jahren ans Nordufer immer in die selbe Ferienwohnung es ist für uns wie eine zweite Heimat geworden. Ich finde nicht dass der Urlaub im September weniger schön ist. Wir sind jetzt gerade da und haben 32 Grad bei strahlenden Sonnenschein. Der See ist war um vorallendingen es sind wenig Urlauber da, man kann alles schön machen ohne dieses Gedränge. Die Schwimmbäder sind fast leer und kosten keinen Eintritt mehr. Natürlich hat das ein oder andere Restaurant schon zu aber das finde ich nicht schlimm es gibt’s ja genügend. Und noch ein Argument um diese Zeit zu reisen ist die Weinlese und deren Feste da diese jetzt in vollen Gange sind.

  2. das weckt irgendwie Kindheitserinnerungen. Wir waren als Kinder machmal in Ungarn und mir ist viel Schönes dort in Erinnerung geblieben, vor allem das Ferienhaus von einem Bekannten direkt am See. Ein Traum für Kinder. Heute habe ich dann doch auch das Klischee-Bild vor Augen, das Du in deinem „Grund dagegen“ beschreibst. Abscheinen ist mal wieder ein 2. Blick nötig 😉

    • Hi Eva, echt witzig, so viele waren anscheinend früher als Kinder schon am Balaton. Für mich war es ja Premiere. Wie du auch schreibst, für Kinder ist es im Süden super, mir hat aber vor allem das Norduufer bzw. das Hinterland dort gefallen. 2. Blick lohnt sich! LG

  3. Schön, von euren Erfahrungen zu lesen! Bei uns haben letztes Jahr ja leider die Kritikpunkte überwogen (im wesentlichen dieselben wie deine), aber wir waren ja auch im September da, als alle Bürgersteige schon hochgeklappt waren und wir die Nachteile nicht mehr mit Badewonnen ausgleichen konnten. Außerdem haben wir am Südufer gewohnt und das auch bereut.

    • Ja, das war auch mein Aha-Erlebnis, als wir vom Süd- ans Nordufer umgezogen sind. Von hochgeklappten Bürgersteigen war bei uns jetzt im August natürlich nicht die Rede, eher das Gegenteil. LG

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