So sieht mein Fernweh aus

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Kennt ihr das? Ihr sitzt in eurer Stadt abends in eurer Lieblingsbar und auf einmal erzählt jemand neben euch begeistert von seiner letzten Südamerika-Reise. Und ihr müsst zuhören und könnt euch gar nicht mehr so recht auf das Gespräch mit eurer Freundin konzentrieren. An einem anderen Abend seid ihr in einem neuen Restaurant. Während ihr noch die Karte studiert, wird am Nebentisch dampfendes Thai-Curry serviert – und allein der Duft zieht euch den Magen vor Sehnsucht zusammen. Wenn ihr dann am nächsten Tag mit euren Kids in den Zoo geht und irgendwann vor dem Elefantengehege steht, und wieder einmal nur denken könnt, dass die Elefanten in Freiheit, in der Steppe in Kenia damals gar nicht so mit dem Kopf hin und her schwenkten, und ihr insgeheim sauer werdet auf alle Zoos der Welt und am liebsten gleich den nächsten Flug buchen würdet, um „echte Elefanten“ zu sehen … Dann, ja dann habt ihr FERNWEH!

Ich habe das dauernd. Und zwar immer

wenn jemand Panflöte spielt

Nicht lachen! Es ist echt so, wenn die indianische Gruppe in der Fußgängerzone ihre Panflötenlieder spielt, muss ich rennen, um nicht gleich wieder einen Sehnsuchtsanfall zu haben. Sofort habe ich wieder die Bilder der Anden, der Hochebenen zum Beispiel von Bolivien im Kopf. Spüre die unheimlich klare Luft, sehe das grelle Sonnenlicht und höre das Windrauschen auf den Plateaus. Und kriege allerfeinstes Fernweh.

Bolivien_Anden
Hochplateau in Bolivien

wenn ich auf einem Flughafen bin

Das finde ich immer richtig tragisch: Auf Geschäftsreise mit Handgepäck und Business Outfit sitze ich am Gate und an mir vorbei laufen sie … die Backpacker. Auch wenn ich selbst schon länger nicht mehr dazu gehöre, erinnere ich mich sehr sehr gut an diese Reisen. Budget eher klein, Reise eher weit, Flug immer lang und Begeisterung nach dem Wiederkommen immer riesig. Oh Mann, diese Vorfreude und diese Abenteuerlust, wenn du den Langstreckenflug antrittst! Und dann nach dem Ankommen die Fahrt in die Innenstadt im meist abgewrackten Taxi, in dem  immer die Fenster offen sind, die warme feuchte Luft, die vielen Geräusche und Gerüche, die schon jetzt so vielen interessanten Eindrücke.

wenn ich Weihrauch rieche

Wart ihr schon mal in Tibet? Für mich eine der eindrucksvollsten (und auch zwiespältigsten) Reisen. Tief gläubige Menschen, die vor den heiligen Orten Schlange stehen und sich ihnen teilweise auf Knien oder auf dem Bauch nähern, Klöster auf Hochplateaus, an denen bunte Fähnchenschlangen im Wind wehen, klarblaue Seen, orangefarben gekleidete Mönche und knallbunt bemalte Hauswände. Andererseits riesige chinesische Werbetafeln, Gruppen chinesischer Touristen, die betende Mönche fotografieren, und ein Guide, der auf unsere Fragen grundsätzlich keine Antworten gibt, wenn sie auch nur ansatzweise etwas mit dem Dalai Lama zu tun haben könnten. Und überall der Geruch von Weihrauch, von Räucherstäbchen und ranziger Butter des allgegenwärtigen Buttertees.

Tibet: Lhasa
Tibet: Lhasa

 

wenn ich meine Wanderschuhe anziehe

Klar, einmal bequeme Trekkingschuhe gefunden, nie mehr hergegeben. Wenn ich sie jetzt – selten genug – auf irgendwelchen längeren Strecken im Allgäu anziehe, denke ich beim Schnürsenkelbinden daran, wie ich dieselben Schnürsenkel in Chile, in Bolivien, in China und und und in der Hand hatte. Nur beim Aufrichten fällt mein Blick dann eben (leider) nicht auf den Titicacasee sondern auf eine Almhütte (auch schön!).

wenn mich Bilder erwischen

Für meine Blogartikel durchsuche ich regelmäßig unser Fotoarchiv auf dem Notebook. Und während ich dann nach irgendetwas suche, mit dem ich einen Beitrag über Sicherheit beim Reisen bebildern könnte, bleibe ich hängen im Ordner „Shanghai“ oder „Peru“ und tauche eine Stunde später wieder auf. Es ist vertrackt. Und schon kommt das Fernweh zurück. Hier seht ihr ein paar solcher Auslöser.

Tibet
Tibet Hochebene

 

Tibet: Lhasa
Tibet: Mönche in Lhasa

 

Bolivien
Bolivien
Peru
Peru: Grenze zu Bolivien

Seid froh, dass ich die meisten Reisen noch zu Zeiten analoger Kameras gemacht habe und euch nur mal Papierbilder zeigen könnte. Sonst ginge das hier noch ewig …:-)

 

Und ihr? Wie sieht euer Fernweh aus? Beschreibt es doch mal in den Kommentaren!

 

Diesen Beitrag hat die Blogparade von Christina aus der Reisemeisterei inspiriert. Ich bin ihr sehr dankbar, so habe ich ein paar Stunden damit verbracht, zu erinnern, zu sehnen und zu genießen, was war. Und mich vor allen Dingen auf die nächste Reise zu freuen!

 

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