Verliebt in Budapest (mit Kindern)

Eingetragen bei: Home, Ungarn | 6

Schwer verliebt bin ich von unserer letzten Reise zurückgekommen. Meine neue alte Flamme heißt Budapest und hat mich jetzt schon zum zweiten Mal bezaubert. Falls ihr noch nie dort wart, hier ein paar Stichworte: strahlend weiße Prachtbauten, goldenes Donaugefunkel bei Nacht, Brücken über Brücken, so viele tolle Traditionsbäder wie wahrscheinlich in kaum einer anderen Stadt und an jeder Ecke eine andere Jugendstilschönheit.

Wir waren vor genau zehn Jahren bei klirrender Kälte und eisklarer Luft dort. Damals auf Hochzeitsreise und im Jugendstilhotel Gresham Palace direkt an der Kettenbrücke. Für mich eines der schönsten Hotels der Welt … hach …

Na ja, und jetzt mit zwei Kindern, bei 40 Grad Celsius im August und in einem Häuschen am Stadtrand. Beides ist toll (30 Grad hätten es aber auch getan), ihr braucht also nicht nach der Jahreszeit zu gehen, um euch diese schöne Stadt anzuschauen.

Falls ihr das erste Mal in Budapest seid, nicht allzu viel Zeit mitbringt und als I-Tüpfelchen dieses Städtetrips von zwei quirligen (Klein-)Kindern begleitet werdet, dann hier für euch meine Highlights für Budapest mit Kindern.

 

Legenda: Donaufahrt bei Nacht

Meine absolute Top-Empfehlung ist die Donaurundfahrt am Abend. Im Sommer heißt das ab etwa 21.00 Uhr. An mehreren Docks direkt an der Donau im Stadtzentrum auf Pester-Seite liegen die Schiffe, die Donaufahrten in verschiedenen Ausführungen anbieten. Mit kleineren Kindern ist es wohl eher die einstündige Rundfahrt als das ausführliche Romantik-Diner.

Wir haben die Tour von Legenda um neun Uhr abends gemacht und waren begeistert. Die Tour startet etwa auf Höhe der Elisabethbrücke mit Blick auf den Königspalast, führt dann bis etwa zur Margaretenbrücke und zurück bis etwa zur Lágymányosi-Brücke. Auf der Strecke seht ihr alle wichtigen Bauten – die in Budapest ganz häufig eben am Donauufer entstanden sind. Also Kettenbrücke, St.-Anna-Kirche, Parlament, Fischerbastei, Königspalast, Hotel Gellert. Prachtvoll, prachtvoll! Das Parlament ist ja ohnehin ein unglaubliches Gebäude, aber so in goldenes Licht getaucht echt unvergleichlich.

Parlament

Budapest bei Nacht

Budapest bei Nacht Freiheitsbrücke

KettenbrückeAn der Legenda-Fahrt hat mir auch der sehr nett gemachte Audio-Guide gefallen, den es offenbar in 30 Sprachen gibt. Ihr hört während der Fahrt natürlich viel Informatives über die Gebäude, aber eben auch eine Menge über die Geschichte und Kultur Budapests. Das Ganze aufgemacht, als ob die Donau zu euch spräche, immer mal wieder Verse berühmter Zeitzeugen, etwa von Liszt, eingestreut und untermalt mit entsprechender klassischer Musik. Mit dem in der Fahrt enthaltenen Gläschen Wein in der Hand saß ich voll-verzückt auf meinem Sitz und habe genossen. Kiddy 2 war beschäftigt damit, den Himmel nach Sternschnuppen abzusuchen und Kiddy 1 ebenfalls ganz vertieft ins Schauen und Audioguide-Hören.

Fazit: Unbedingt machen!

Legenda

Orga:
Legenda-Schiffe liegen an Dock 7, Jane Haining rakpart. In der Hochsaison sind die Schiffe voll, also lieber rechtzeitig da sein und Tickets vorher kaufen oder reservieren. Tickets für Erwachsene kosten 5.500 Forint (rund 18 Euro), Kinder bis 9 Jahre sind frei (!!), ab 10 Jahren (bis 14) 2.750 Forint (1000 Forint sind etwa 3 Euro). Von März bis Oktober gibt es die Rundfahrten bis zu zehnmal am Tag, von November bis Februar nur um 14.00 und um 18.30 Uhr.

 

Riverride: Stadtrundfahrt zu Land und zu Wasser

Nicht nur für die Kids war das ein Erlebnis, auch wir waren das erste Mal mit einem Amphibienfahrzeug unterwegs. Die erste Stunde ganz normale Stadtrundfahrt im Bus, die zweite Hälfte aber eben wie im Schiff auf der Donau.

Riverride

„Fährt der Bus wirklich ins Wasser?“ Kiddy 2 hat mich für eine Märchentante gehalten, bis dann der Bus wirklich die Rampe hinunter und in die Donau reingefahren bzw. geschwommen ist.

Was soll ich sagen? Platsch – und wir schwammen weiter, als wär’s das Normalste der Welt. Nur dass wir in dem Bus dann selber zur Touristenattraktion und oft fotografiert wurden.

Die Stadtrundfahrt hat mir gefallen, sie führt eben auch an den innerstädtischen Sehenswürdigkeiten vorbei, die nicht am Donauufer stehen, wie etwa die Markthalle, die Synagoge, die berühmte Vaci-Straße oder die geschichtsträchtige Andrássy-Straße. Auf der Donau dann von der Margareteninsel bis zur Kettenbrücke, vorbei an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie etwa dem Parlament oder der Fischerbastei.

Riverride

Auch hier wieder ein guter Audioguide, der zwar nicht ganz so literarisch durchkomponiert war wie der bei Legenda, aber auch viel Interessantes und für mich Neues erzählte.

Fazit: Die etwas andere Stadtrundfahrt nach der Devise 2 in 1. Für Budapest, einer Stadt mit sehr vielen Bauten, die direkt von Flussseite her am schönsten sind, ideal. Unsere Kids waren vom schwimmenden Bus natürlich schwer beeindruckt! Unbedingt ein Tipp also für Budapest mit Kindern.

Riverride_

Orga:
Die Riverride-Busse fahren direkt im Zentrum ab, ein paar Schritte neben dem berühmten Hotel Gresham (Szèchenyi Istvan Platz 7/8). Tickets kosten 8.500 Forint für Erwachsene, Kinder ab sechs und Studenten kosten 6.000 Forint. Die Ticketverkaufsstelle liegt etwa 20 Meter entfernt in der Akadémia Straße 1. Wir konnten die Tickets aber direkt im Bus kaufen. Es gibt von April bis Oktober Fahrten im zweistündigen Rhythmus zwischen 10.00 Uhr und 17.00 Uhr, von November bis März zwischen 11.00 und 15.00 Uhr.

 

Das Burgviertel und die Altstadt: Königspalast, Fischerbastei und Matthiaskirche

Ein Muss ist das Burgenviertel auf der Buda-Seite. Hier liegen der Königspalast, zahlreiche Museen, die Nationalbibliothek, die ungarische Nationalgalerie und die Altstadt mit ihren kleinen Gässchen, Fischerbastei und Matthiaskirche.

Für den Besuch hier mindestens einen halben, besser einen ganzen Tag einplanen! Wir hatten leider nur sehr wenig Zeit und mussten uns auf eine ganz kleine Runde in diesem Viertel beschränken. Den Kids war es recht, ich hätte mir mir einen längeren Aufenthalt dort oben gewünscht. Schaut mal auf die Bilder, dann wisst ihr, was ich meine:

Königspalast Königspalast von der Pester Seite aus.

ParlamentBlick von der Buda-Seite aus aufs Parlament.

FischerbasteiFischerbastei

MatthiaskircheMatthiaskirche

Orga:
Das gesamte Viertel liegt quasi auf dem Berg und ist eine einzige Fußgängerzone. Es gibt an ihrem Rand einige kostenpflichtige Parkplätze. Oder ihr fahrt gleich mit dem Bus hin. Die „City“ ist aber gegenüber auf Pester Seite, das heißt, im Burgviertel gibt es fast nur Sehenswürdigkeiten. Sicher abends schön ruhig, aber meine Unterkunft würde ich trotzdem auf der Pester Seite buchen.

 

Die Bäder. Mit den Kids heißt das dann: Aquaworld

Wir hatten also konstant 40 Grad in Budapest. Das heißt, es war mal richtig heissss und wir haben die Kids durch allerlei wie die extratollen Stadtrundfahrten, Eis in unglaublichen Mengen und viele andere Durchhalter zum Mitmachen überredet. An Tag drei war für die beiden aber die Schmerzgrenze erreicht und so sind wir dann mit wehenden Fahnen raus aus all dem schönen aber sehr heißen Jugendstil und rauf auf die Wasserrutschen.

Budapest ist ja bekannt für seine wirklich wunderbaren Thermalbäder, aber der Gedanke, in diese Oasen der Erholung und Entspannung mit meinen beiden Hummeln zu gehen, hat mir irgendwie Unbehagen verursacht. Also nix mit Jugendstil und Nur-Schön, sondern lieber Action und Spaß. Es gibt in Budapest eine ganze Menge solcher Erlebnisbäder, die für Kinder besser passen als die Thermaloasen.

Wir waren in Aquaworld. einem großen Erlebnisbad im Norden Budapests. Der Charme liegt hier in der Kombination zwischen Freibad und klassischem Indoor-Spaßbad. Der Außenbereich hat mehrere Becken, auch eines für Kleinkinder und entsprechende Liegebereiche. Insgesamt gibt es in Aquaworld 11 Rutschen von rasant bis Kleinkind gerecht, einen Kinderspielbereich, Wellenbad, Whirlpool, Wellness & Sauna und und … Unser Favorit war die extrabreite Familienrutsche, auf die sich sogar unser Kleiner getraut hat.

Das Ganze ist schön gestaltet, die Designer hatten vermutlich Inka- und Maya-Stätten im Sinne, ich habe mich zeitweise wie in einem Indiana Jones-Film gefühlt. Sehr nett!

Aquaworld

Aquaworld

Aquaworld

Orga:
Aquaworld Resort Budapest Hotel & Water Park, Íves út 16. Öffnungszeiten sind von 6.00 bis 22.00 Uhr. Eine 2 Stunden-Zeitkarte für Erwachsene kostet 2.990 Forint, für Kinder ab drei Jahren 1.500 Forint, Kinder bis drei dürfen so rein. Das Bad ist Teil eines großen Komplexes im Norden von Budapest, der auch ein  Hotel beherbergt (bei Tripadvisor als gutes Familienhotel bewertet). Aus dem Zentrum fährt man mit dem Auto etwa 20 Minuten.

 

Markthalle

Zugegeben, dieser Programmpunkt war mehr für uns Erwachsene, die Kids haben den Besuch hier mehr, sagen wir mal toleriert. Aber ich steh total auf Märkte, Markthallen & Co., und mein ungarisch-stämmiger Mann hat sich nach echter Salami gesehnt. Also haben wir uns durchgesetzt und der zentralen Markthalle im Zentrum von Budapest einen Besuch abgestattet.

Markthalle

Schon das 1890 errichtete Gebäude lohnt einen zweiten und dritten Blick. Innen dann wie erwartet unzählige Stände mit Fleisch, Fisch, Gemüse und und. Das oberste Stockwerk ist wohl mehr für die Touristen, die gern Spitze, Tischdecken und andere Ungarnsouvenirs kaufen möchten. Auch auf den anderen Ebenen natürlich einiges, das erkenntlich für die Touristen so arrangiert wurde. Aber es kaufen eben auch die Budapester ihr Fleisch und ihr Gemüse hier und die Halle ist keine reine Touristenattraktion. Das zeigt auch der Aldi im Untergeschoss.

Mein Mann war im Glück bei einer Salami-Verkostung. Ich habe mich über die vielen Fotomotive gefreut und die Kinder haben in der Hoffnung mitgezogen, dass sie im Anschluss das „ihr habt gut mitgemacht-Eis“ bekommen.

Markthalle

Markthalle

Markthalle Budapest

Fazit: Auch so etwas geht natürlich in Budapest mit Kindern! Direkt vor der Markthalle ist übrigens auf der gegenüber liegenden Straßenseite Richtung Donau ein kleiner und hübscher Spielplatz.

Orga:
Die Markthalle ist eines der Wahrzeichen der Stadt und liegt auf Pester Seite im 9. Bezirk, Adresse: Fövám tér. Man kann gut zu Fuß hinbummeln, auf dem Weg liegen zahlreiche Restaurants und Cafés.

 

Und natürlich: Einfach rumbummeln.

Das ist klar: Am schönsten ist es, ihr lauft einfach kreuz und quer durchs Zentrum. Da das mit jüngeren Kindern Grenzen hat, startet am besten direkt im Zentrum, beispielsweise an der Elisabethenbrücke, dort gibt es auch mehrere Parkplätze, falls ihr mit dem Auto unterwegs sein solltet.

Vor dort aus könnt ihr durch die Fußgängerzone der Vaci-Straße bummeln, kommt zu Beginn an der zentralen Pfarrkirche vorbei bis zum zentralen Mihály-Vörösmarty-Platz. Viele schöne Hausfassaden, zahlreiche Sehenswürdigkeiten und natürlich Restaurants, Eisdielen und einige sehr nette Geschäfte. Wenn ihr weiterlauft, kommt ihr irgendwann auf den Roosevelt Platz an der Kettenbrücke. Direkt am Ende der Brücke liegt übrigens auch mein Lieblingshotel Gresham Palace.

Budapest_BummelnElisabethen-Brücke

Innerstädtische PfarrkircheInnerstädtische Pfarrkirche

Gresham Palace

Jugendstil-Decor im Gresham Palace

 

Wir sind bei dieser Reise nach Budapest unterstützt worden vom Ungarischen Tourismusamt in Deutschland und seinen Partnern vor Ort. An dieser Stelle noch einmal ganz herzlichen Dank dafür!

 

Gefällt dir dieser Beitrag? Dann freue ich mich, wenn du ihn teilst!

Ich freue mich natürlich auch über ein “Gefällt mir” für den ganzen Blog rechts oben auf dieser Seite :-)

6 Antworten

  1. Danke für diese Inspiration und Empfehlungen – sehr nett und übersichtlich beschrieben, tolle Fotoaufnahmen.
    Liebe Grüße aus Wien.

  2. Hi,

    wir waren vor 3 Jahren mit den Kids (6 und 9 Jahre damals) in Budapest. Es hat uns toll gefallen. Wir waren auch mit den Kindern in den beiden großen Bädern Gellert und Szecheni. Das hat super geklappt!
    Toll war auch die von Kindern geleitete Eisenbahnfahrt (Kindereisenbahn).
    Selbst im edlen Restaurant in der Fischerbastei sind wir mit den Kids sehr willkommen gewesen! Die Kids schwärmen noch heute von dem leckeren Essen, dass der Koch extra gemacht hat (Nudeln mit Gemüsestreifen).
    Auch die Abbruchclubs fanden sie toll.
    Daher fahren wir dieses jahr wieder hin.

    • Hallo Annette, das sind ja gute Tipps – danke schön! Unsere beiden waren damals für die Bäder noch etwas klein, denke ich. Aber fürs nächste Mal haben wir das auch vor. Schreib doch mal, wie es euch dann dieses Jahr gefallen hat, vielleicht hast du dann ja noch mehr Tipps? Ich hoffe ja, wir können auch bald mal wieder in diese wunderschöne Stadt fahren. LG Stefanie

  3. Das ist toll! Budapest ist sehr schön. 🙂

  4. Das ist ja toll… grad hab ich deinen Beitrag entdeckt. Und die ersten Zeilen gelesen… und gedacht, ach schau mal, eine Gleichgesinnte… 😉 Waren wir wohl zeitgleich in Budapest. Auch ich bin total verliebt in die Stadt. Mein erster Berichte dazu ist auch schon erschienen, ich hab mir mal die Bäder in der Stadt angeschaut. Legenda Schiff bin ich auch gefahren – mit dieser sagenhafte tollen Beleuchtung und mit dem Fahrrad bin ich durch die Stadt gedüst. Mit Kind und Mann natürlich – ein super Spaß. Darüber berichte ich aber noch… 🙂 Das mit dem Splash-Bus hab ich auch schon gemacht allerdings nicht in Budapest sondern in Rotterdam… wußte gar nicht, dass das in Budpest auch geht. Ging eure Reise denn nur nach Budapest oder habt ihr noch andere Standorte in Ungarn bereist? Für uns ging es von Budapest weiter nach Bad Heviz.

Hinterlasse einen Kommentar

*