Von der Wüste ins Eis: Chile oder mein allerschönstes Naturerlebnis

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Wenn ihr mich fragt, wo meine schönsten Naturerlebnisse auf Reisen lagen, muss ich nicht überlegen. Ganz klar: In Chile. Durch seine unglaubliche Vielfalt steht Chile für mich auf dem Siegertreppchen und schlägt im Wettbewerb um die tollsten Landschaften sogar Tibet und Kenia, von denen ich auch schwer fasziniert war.

Meine Reise in dieses Land mit der lustigen Geografie – 4.300 Kilometer lang, aber die breiteste Stelle misst nur 230 Kilometer – ist schon ewig her und fand noch zu analogen Zeiten statt. Deshalb kann ich auch nur mit entsprechenden Fotos aufwarten. Seht ihr mir das bitte nach, ja?

In meiner Erinnerung sind die Eindrücke an diesen Trip von Nord nach Süd, von der Wüste ins Eis, noch völlig frisch. Dabei ist es unheimlich schwer, ein einziges Highlight zu benennen. Das Land teilt sich in drei Klimazonen und alle sind superschön. Kommst du in eine neue Zone, denkst du jedes Mal, du bist in ein anderes Land gereist. Unser Start war im Norden:

Atacama und Anden

Der trockene Norden mit seinen Hochebenen und der Wüste Atacama hat mich tatsächlich fast umgehauen. Vor allem das Valle de la Luna ist so unwirklich schön, dass man sich vorkommt wie in einem Fantasy-Film.

Atacama Valle Luna Nordchile

Stellt euch vor, dass ihr durch ein Tal in der Atacama wandert, das Valle de la Muerte heißt, weil hier nicht mal eine Ameise lebt. Trocken ist gar kein Ausdruck. Fürs Auge aber wunderschön. Dann fahrt ihr weiter durch diese Mondlandschaften und haltet in der Nähe riesiger Dünen. Ihr wandert auf einer Düne bis an die Spitze und dann seht ihr das Mondtal – Valle de la Luna, das bis an den Horizont reicht und sich im Sonnenuntergang in allen Schattierungen von Pink färbt. Muss ich mehr sagen?

Besonders intensiv waren für mich auch die Tage im Altiplano bei Arica. Hier wohnt die Ruhe. Von Arica aus hatten wir eine Tour gebucht für ein paar Tage in die Anden auf über 4.500 Meter. Wie immer in solchen Höhen ist die Luft klar und die Farben sehen aus wie frisch gewaschen. Man kann sich tatsächlich nicht satt sehen. Natur pur: Geysire, Seen, ein Vulkan, Steppen & Stein, Wind, Lamas, Viscachas & Vicunas. Und totale Stille.

Altiplano Anden Nordchile

Altiplano_ Anden Nordchile

Altiplano 6 Anden Nordchile

Altiplano 5 Anden Nordchile

Altiplano 4 Anden Nordchile

Altiplano 3 Anden Nordchile

Parinacota_Vulkan_Nordchile

 

Valparaiso

Die Hafenstadt südlich von Santiago de Chile ist für mich Pablo Neruda. Kennt ihr diesen chilenischen Dichter? In diesem Beitrag soll es ja um Natur gehen, deshalb will ich nicht abschweifen. Nur so viel: Nerudas Liebesgedichte sind zum Dahinschmelzen („20 Liebesgedichte und ein Lied der Verzweiflung“ oder „In deinen Träumen reist dein Herz“ … Hach!).Valparaiso bietet ansonsten einen Hafen mit Horden von Albatrossen, tolle Kultur, mediterranes Klima und ist einfach zum Wohlfühlen.

 

Seenregion

In der Seen-Landschaft rund um Puerto Montt und Puerto Varas ging mir das Herz auf. Hier ist es idyllisch und teilweise erinnert die Natur an europäische Regionen. Außer vielleicht, dass der Boden vor dem knallblauen See und gegenüber dem Vulkan Osorno aus schwarzer Lavaerde besteht ;-). Ich erinnere mich an paradiesische Seen und Wälder, deutsche Dörfchen und superleckeren Schokoladenkuchen. Das Foto hier in der Mitte ist dort entstanden und ich hatte gerade so ein Schokoladenstückchen gegessen (verrückt, was man sich alles merken kann, oder?)

Chile schönstes Naturerlebnis

 

Patagonien

Hm, oder doch Patagonien ganz im Süden von Chile? Lest unbedingt Bruce Chatwin („In Patagonia“), wenn ihr dort seid! In Patagonien spielt die Natur ganz klar die Hauptrolle. Das Klima ist rau, die Ebenen sind weit, die Bäume manchmal vom Wind schief gepustet und Menschen eher die Ausnahme. Ihr trefft vielleicht ein paar gegerbte Hirten, das war’s. Wir waren im weltberühmten Nationalpark Torres del Paine – und hatten leider Wetterpech. Meine Erinnerung besteht hauptsächlich aus den berühmten Bergtürmen und viel eisigem Sturmwind. Entschädigt wurden wir bei unseren Gletschertrips. Besonders der Park Los Glaciares auf argentinischer Seite ist ein Erlebnis. Riesige Eismassen quasi bis zum Horizont. Wir sind stundenlang durch diese Glitzerlandschaft gelaufen und konnten uns nicht satt sehen.

Torres del Paine Patagonien Südchile 3

Torres del Paine Patagonien Südchile 2

Perito Moreno Gletscher 2 Argentinien

Perito Moreno Gletscher Argentinien

 

Die Reise nach Chile ist jetzt rund 15 Jahr her und ich bin immer noch begeistert. Diese drei Wochen sind in meiner Erinnerung ein einziges Naturspektakel. Faszinierend dabei ist die Vielfalt. In welchem Land hat man schon die trockenste Wüste der Welt, Hochebenen und Geysire auf über 4.000 Metern, Vulkane, Seenlandschaften, dichte Wälder, raue Pampas, bizarre Felstürme und Gletschergebiete? Als I-Tüpfelchen auch noch einen Nobelpreisträger-Dichter, der sein Land beschreibt wie kein anderer (außer Bruce Chatwin mit seinem Patagonien-Bericht). Chile war für mich ein einziges Highlight.

Ich danke dir, liebe Sabine vom Blog Reisespatz, für deine Idee zur Blogparade „Mein schönstes Naturerlebnis“. So hatte ich die Möglichkeit, für ein paar Stunden wieder einzutauchen in diese fantastischen Erinnerungen.

 

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4 Antworten

  1. wahnsinn. Ich liebe diese analogen Rückblicke. Sollte ich auch vermehrt machen. Da schlummert so einiges in den Schubladen 😉

  2. Hallo Stefanie, ist ja ein Ding. Wir scheinen ähnliche Themen zu haben: sowohl regional als auch was das Sehnsuchtsziel Chile angeht. Scheinbar haben wir den entsprechenden Artikel auch fast zeitgleich bei Sabines Blogparade eingereicht 😉
    Liebe Grüße, Conny

  3. Hach, nach Chile möchte ich auch gern mal … Aber der Süden bleibt mir erstmal verwehrt, so lange ich weiterhin nur im Sommer auf große Reise gehen kann 🙁 Die Atacama-Wüste im Norden ist ähnlich wie die bolivianischen Anden auf der anderen Seite der Grenze. Wenn Du also noch mal Sehnsucht hast …

  4. Deine Begeisterung für Chile lässt sich in deinem Beitrag total spüren. Auch ich bekomme sofort Lust dorthin zu reisen, das hört sich einfach großartig an! Vielen Dank, dass du deine Reiseerinnerungen im Rahmen meiner Blogparade mit mir teilst.

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