Europapark mit kleinen Kindern – eine gute Idee?

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Wahrscheinlich war ich die einzige Stuttgarterin, die den Europapark Rust nicht kennt. Bis jetzt! Denn letztes Wochenende haben wir es endlich wahr gemacht und sind mit den Kids die 1,5 Stunden nach Rust gefahren. Klein-Kiddo ist jetzt schließlich schon vier und somit hoffentlich Freizeitpark-reif, so unsere Überlegung. In den letzten Jahren hatten wir Bedenken, ob sich das Ganze für uns mit zwei kleinen Kindern lohnen würde. Noch vor einem guten halben Jahr haben wir auch genau diese Erfahrung im Erlebnispark Tripsdrill gemacht: Unsere Kids waren für sehr viele Attraktionen noch zu klein. Ich habe ja darüber geschrieben, wie wir dank Oma & Opa trotzdem alle viel Spaß hatten.

Also: Falls ihr auch rätselt, ob es Sinn macht, mit euren kleinen Kindern in den Europapark zu gehen …hier sind unsere Erfahrungen mit einer Sieben- und einem Vierjährigen.

Vorbereitung

Ist in dem Fall alles. Wir kannten den Park nicht, hatten nur einen Tag zur Verfügung und leiderleider auch noch schlechtes Wetter. Die wirklich gute Park-Website macht es einem aber auf intelligente Weise leicht, den Besuch zu planen. Alle Attraktionen sind online beschrieben, man kann nach eigenen Vorlieben – wilde Action oder entspanntes Erlebnis – und auch nach Alter/Größe der Besucher passend filtern und sich den Rundgang danach zusammenstellen (es gibt natürlich auch vorgeschlagene Familienrouten, aber da war mir zu viel Spielplatz dabei).

Sehr nützlich: Alle Attraktionen, die für uns geeignet waren (Messlatte war eigentlich immer Kiddo 2 mit seinen vier Jahren bzw. seinen 1,10 Metern), konnten wir dann in eine Art Warenkorb übernehmen und uns in der Karte des Parks anzeigen lassen. Diese ausgedruckte Karte war unser Tagesprogramm, individuell von und für uns kombiniert. Klasse!

Was geht mit vier?

Einiges, und nicht nur Kinderkarussel. Ich war sehr überrascht, wie viele wirklich tolle Attraktionen der Europapark hat und wie viele davon auch schon für kleinere Kinder geeignet sind – ohne für die Erwachsenen langweilig zu sein.

Unser Programm sah so aus:

Volo da Vinci – eine schön gemachte Fahrt mit dem Fluggerät des berühmten Genies durch einen hübschen Park. Während der nicht allzu langen Wartezeit steht man im ebenfalls sehr netten Atelier von Leonardo da Vinci und kann noch einige andere seiner Erfindungen begutachten. Hat uns gefallen!

Europapark mit kleinen Kindern

Geisterschloss: Grenzwertig für Kiddo 2, toll für den Rest der Familie. Die Große hat nur gekichert, aber das wirklich schön gruselige Schloss und der dunkle wackelnde „Aufzug“, in dem man hineinfährt, waren too much für unseren Vierjährigen. Es ging zwar – auf Papas Arm -, aber die Augen waren weit aufgerissen und er hat kein Wort mehr gesagt. Wir sind dann im Anschluss schnell noch eine Runde Piccolo Mondo (der Name ist Programm, zuckersüß, das geht schon mit Babys) gefahren, um den Kleinen wieder zu erden.

Europapark mit kleinen Kinderrn

Eurosat: Ich gebe zu, da wollte ich unbedingt hin. Und als ich gelesen habe, dass Kinder ab sechs Jahren diese Indoor-Achterbahn fahren dürfen, habe ich mich mit Kiddi 1 gleich mal in die Warteschlange gestellt. Kiddo 2 und der Papa waren so lange im Universum der Energie (Dinos!!!) nebenan. Unsere Tochter war mit Abstand die Kleinste in der recht langen Warteschlange, das Gros waren Erwachsene. Am Einlass wurde bei ihrem Anblick sofort der Meterstab gezückt – sie hat das Minimum von 1,20 Metern aber erfüllt. Mit ziemlich ängstlicher Miene aber entschlossen vorgerecktem Kinn ist sie dann in den Achterbahnwagen eingestiegen. Ich glaube, sie hatte die meiste Zeit die Augen zu, war aber stolz wie Bolle beim Aussteigen und hat minutenlang wasserfallartig von dem tollen Erlebnis erzählt. Falls ihr Achterbahnen mögt: Eurosat ist echt cool, Mindestalter für Kinder ist sechs Jahre und sie müssen mindestens 1,20 Meter groß sein.

Europapark mit kleinen Kindern

Eine andere tolle Achterbahn und auch schon ab drei Jahren/1,10 Metern Größe möglich ist Pegasus. Die natürlich eher gemäßigte Bahn hat uns allen gefallen und wir sind gleich zweimal hintereinander gefahren (trotz Regen). Kiddo wurde übrigens ebenfalls gleich gemessen, offenbar nehmen die Verantwortlichen die Vorgaben für Kinder bei den Attraktionen wirklich ernst – fand ich sehr gut.

Unsere weiteren Stationen waren dann das Riesen-Rutschen-Labyrinth im Kinderland und das Piratenschiff, auf dem die Kids mit Wasserkanonen schießen konnten.

Europapark mit kleinen Kindern

Europapark mit kleinen Kindern

Sehr schön waren auch das Abenteuer Atlantis (Laserkanonen!!!) und das tolle – aber sehr volle – Land der Minimoys (Indoor) sowie paar kürzere spontane Fahrten, wenn es irgendwo leer war und nett aussah wie etwa die Schlittenfahrt in Russland oder die Fahrt mit dem Heißluftballon.

 

Das größte Highlight für Klein-Kiddo lag am Ende der Tour: Die Piratenhöhle.
Das war für mich eine echte Überraschung. Hinter einem eher unscheinbaren Einlass verbirgt sich eine schöne sehr große Piratenhöhle, durch die man mit einem Boot hindurch fährt. Hier ist bis zum goldenen Teeservice alles ganz detailreich und vielfältig gestaltet. Und die Fahrt von Grotte zu Grotte ist wirklich ausführlich. Unsere Kinder waren am Ende beide völlig begeistert.

Wir haben uns bei diesem Besuch auf die „Fahrgeschäfte“ konzentriert, waren weder in einem der unzähligen Restaurants – Food-Loop soll aber bei Kids sehr beliebt sein – noch haben wir eine der Shows angesehen. Um wenigstens einen Überblick zu bekommen, sind wir mit der Panoramabahn einmal durch den Park gefahren und haben auch ein paar Stationen lang in der Schwebebahn gesessen. Lohnt sich natürlich, wenn es wie bei uns leider regnet, und ist mit kleinen Kindern eine nette Verschnaufpause.

Wofür die Kids natürlich keinen Blick hatten, worüber ich mich aber gefreut habe, war die sehr liebevolle Gestaltung der einzelnen Länder und Regionen. Immer wieder gab es auch ruhige Eckchen einfach nur zum Schauen. Schön!

Europapark mit kleinen Kindern

Der ganze Park ist perfekt durchdacht und inszeniert. Selbst das schlechte Wetter hat eine Rolle bekommen und die Euromaus-Truppe hat auf Singin in the rain getanzt.

Europapark mit kleinen Kindern

Für unseren Vierjährigen war das Parkmaskottchen ohnehin ein Knaller, er hatte sich schon zu Beginn in die Plüschtier-Gang verliebt. Im Anschluss an unser Piratenhöhlenabenteuer – als ich dachte, das ist jetzt nicht mehr zu toppen – kam die ganze Euromaus-Crew im Boot hinter uns an. Klein-Kiddo hat hyperventiliert!

Europapark mit kleinen Kindern

Mein Fazit

Der Europark ist prima auch für kleinere Kinder; es gibt sehr viele Attraktionen, die sie auch schon mit drei/vier Jahren nutzen können. Die oft – aber nicht zu oft – präsente Euromaus gibt dem Erlebnis das I-Tüpfelchen für die Kleinen und natürlich könnten sie sich rein theoretisch den ganzen Tag von einer Leckerei zur nächsten schlemmen. Das Angebot an Süßigkeiten-Buden, Essenständen und Restaurants ist phänomenal.

Was gut funktioniert hat:

  • Es hat sich absolut gelohnt, die für uns interessanten Attraktionen vorher herauszusuchen und auf der Park-Website unseren eigenen Rundgang zu basteln.
  • Wir hatten ein größeres Lunchpaket dabei – man kann an mehreren Stellen im Gelände nett picknicken oder sich einfach auf eine der vielen Bänke setzen.
  • Wir haben uns im Nachbarort Rheinhausen ein Appartment genommen und das war nach dem langen Tag für uns und für die Kids genau richtig. Außerdem konnten wir so gleich einen richtigen Wochenendtripp aus der Sache machen, denn wir sind am folgenden Tag dann noch ins Freilichtmuseum Vogtsbauernhof im Schwarzwald gefahren.

Was wir beim nächsten Mal anders machen würden:

Ich würde bei so schlechtem Wetter mit Dauerregen den Parkbesuch doch lieber verschieben, vor allem wenn man das erste Mal dort ist und sich nicht auskennt. Wir hatten zwischendrin schon mal Situationen wie diese: Mama & Papa ducken sich unter einen Minischirm und versuchen leicht genervt durch die Regentropfen hindurch auf der Karte den Weg zur nächsten Attraktion zu finden. Vor ihnen zerren und zurren zwei überdrehte kleine Kinder aneinander… Klar: Man kann auch bei schlechtem Wetter eine Menge im Park unternehmen, bloß irgendwie hatten wir beim ersten Besuch natürlich schon mehr Lust auf Achterbahn & Co. als auf die Shows. Und die überaus schön angelegte Parklandschaft sieht sicher im Sonnenschein noch netter aus.

 

Meine geballten Europa-Park-Tipps durfte ich übrigens auch bei Thomas Cook zum Besten geben.

Wenn ihr noch mehr über den Park wissen wollt, empfehle ich euch den ausführlichen Park-Check von Antje auf mee(h)r erleben.

 

Teil 2 unseres Wochenendtrips: Durchatmen auf dem Vogtsbauernhof im Schwarzwald.

 

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7 Antworten

  1. […] Weitere Berichte über den Europapark mit Familie findest du bei meehr-erleben.de und familyescapes.de. Dort sind die Kinder auch etwas größer als bei […]

  2. […] Stefanie berichtet in ihrem Blog Family Escapes über ihre Erfahrung im Europark mit kleinen Kindern. […]

  3. Toller Bericht. Ich liebe den Europapark. Mein Junior natürlich ebenso. Müssen wir demnächst auch mal wieder hin. Ich drücke die Daumen für besseres Wetter beim nächsten Mal! 😉

    Lg aus Freiburg,
    Michael

    • Danke schön! Ja, wir fahren sicher auch wieder hin, aber eben bei schönerem Wetter. Ist einfach super da. Wie alt ist dein Sohn denn? Schon Achterbahn? LG

  4. Ist ja lustig, wir waren letzte Woche auch im Europapark und in Gutach im Freilichtmuseum :-)
    Ich kannte beides allerdings schon. Jetzt waren wir das erste Mal mit Kindern dort. War super! Ich bin jedoch noch beide Berichte schuldig :-)
    Schöne Grüße,
    Marc

    • Na das ist ja witzig, sind wir verwandt im Ausflugs-Geiste? Gleich zweimal die gleiche Idee …. So was! Dann bin ich gespannt auf deine Berichte und darauf, was ihr erlebt habt. LG

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